Wenn Politiker zur verbalen Attacke blasen, ist das der Sache, um die es ja eigentlich gehen sollte, in aller Regel wenig dienlich. Ein schönes Beispiel hierfür ist die Debatte um die Aussage des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan, wonach Assimilation „ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ sei und sich seine Landsleute in Deutschland nicht assimilieren sollten. Dieses Wort, aus durchsichtigen innenpolitischen, türkisch-nationalistischen Überlegungen heraus gesprochen, hat nun CSU-Chef Huber zur Gegenattacke motiviert; er stellt nun gleich die Beitrittsverhandlungen der EU mit der Türkei zur Disposition – und übersieht dabei, dass ein etwaiger Beitritt sich am inneren Zustand der Türkei zu bemessen hat und nicht am inneren Zustand des Einwanderungslandes Deutschland.