"Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen", hat schon Aristoteles, einer der größten Denker des Abendlands, geurteilt. Sich über die Jugend aufzuregen gehört zum Altern wie das tägliche Bejammern von Bluthochdruck und Rückenschmerz. Auch in Spanien verhöhnten lange Zeit die Älteren die Jüngeren. Man sprach herablassend von der "Generation Ni-Ni", der "Weder-noch-Generation", die aus Antriebslosigkeit keine Arbeit findet, sich mit Minijobs durchwurstelt und am liebsten im elterlichen Zuhause die besten Jahre verbummelt. Diese selbstverliebten, verantwortungslosen Faulenzer seien selbst schuld an ihrer Misere, lautete der Vorwurf - ein äußerst bequemes Klischee, mit dem die herrschenden Klassen und Parteien auf der Iberischen Halbinsel lange Zeit von der eigenen Erfolglosigkeit, aber auch Ignoranz im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit ablenken konnten. 40 Prozent der spanischen Jugendlichen sind mittlerweile ohne Arbeit - eine unfassbar hohe Quote.