Wer in die Hauptstadt reist, um die Sehenswürdigkeiten zu besuchen, begegnet auf Schritt und Tritt Karl Friedrich Schinkel. In Berlin und Potsdam stehen die bekanntesten Werke des Architekten, der vor 175 Jahren, am 9. Oktober 1841, nach mehreren Schlaganfällen starb: die Neue Wache, das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt, das Alte Museum oder die Friedrichswerder'sche Kirche sowie in Potsdam die Schlösser Charlottenhof und Babelsberg, die Römischen Bäder, die Nikolaikirche. Dazu kommt eine Vielzahl von Bauwerken andernorts, so in Dresden die Altstädtische Hauptwache, Schloss Stolzenfels am Rhein, auf Rügen der Leuchtturm am Kap Arkona sowie der Mittelturm des Jagdschlosses Granitz und viele mehr. Allzu weit fahren allerdings muss man nicht, um Schinkels Genie zu bewundern - seiner Vorstellungskraft sind auch die Umbauten im neugotischen Stil von Schloss Ehrenburg in Coburg und - inklusive der Innenarchitektur - von Schloss Rosenau in Rödental entsprungen. Doch der 1781 als Sohn eines Pfarrers geborene Schinkel war nicht nur stilbildender Baumeister, dessen klare Formensprache ganze Generationen von Architekten bis hin zu den Bauhaus-Künstlern inspirierte und beeinflusste. Während viele seiner Gebäude-Entwürfe dreidimensional umgesetzt wurden, erwarb er sich auch Anerkennung als Maler; seine Ölbilder wurden in Kunstausstellungen gezeigt, er wurde in die Königlich Preußische Akademie der Künste aufgenommen. Als Bühnenbildner arbeitete er mit verschiedenen Theatern zusammen und entwarf unter anderem eine Szenerie für Mozarts "Zauberflöte". Er erstellte Pläne für den Kölner Dom, für ein Königsschloss auf der Akropolis, einen Zarenpalast auf der Krim. Als Designer entwarf Schinkel Möbel, Gartenmöbel sowie Vasen und Körbe aus Porzellan; Letztere werden bis heute hergestellt.