We are the Champions!" - Wenn es Sportler gab, die das mit Fug und Recht von sich sagen durften, dann ist es die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, die 1972 Europameister, 1974 Weltmeister und 1976 Vize-Europameister wurde. Zwar variierten die Aufstellungen jedes Mal in einigen Positionen - der Trainer war immer derselbe: Helmut Schön. Er ist, Vize-Weltmeister 1966 und Dritter der WM 1970 dazugerechnet, der erfolgreichste Bundestrainer bis heute. Am 15. September 1915 in Dresden geboren, spielte er seine ersten Pässe als Zehnjähriger für die Dresdensia; mit 17 stand er beim Dresdner SC auf dem Platz, und 1937 berief ihn DFB-Trainer Sepp Herberger zum ersten Mal in die Nationalmannschaft, für die er in 16 Begegnungen 17 Tore schoss. Eine Verletzung zwang Schön, seine Spielerlaufbahn zu beenden. 1950 verließ er die DDR und machte in Köln das Sportlehrer-Examen. Schon bei der WM 1958 war er Herbergers Assistent, 1964 beerbte er ihn. Eine Ära mit 87 Siegen, 31 Unentschieden und nur 21 Niederlagen in 139 Länderspielen begann; und eine der großen Namen: Fußballer wie Beckenbauer, Netzer, Maier, Gerd Müller, Grabowski, Heynckes, Vogts, Breitner, Uli Hoeneß, Hölzenbein und Bonhof kamen unter dem "Mann mit der Mütze" zu ihren ersten Nationalmannschaftseinsätzen. Dank Schön glänzten sie durch Spielwitz und Offensivspiel, und während Kritiker in ihm den Zauderer sahen, rühmen andere bis heute seine humorvolle, sensible Art, mit der er erfolgreich auf den mündigen Spieler setzte. Niederlagen indes verarbeitete er nur schwer. Eine besondere war die "Schmach von Cordoba": das 2:3 gegen Österreich bei der Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien. Damals stand sein Abschied als Bundestrainer schon fest. Es wurde ein glanzloser. Dennoch: Als Helmut Schön, der in seinen letzten Lebensjahren an Alzheimer erkrankt war, heute vor 20 Jahren starb, trauerten viele um ihn wie um einen Vater.