Die Überalterung der Gesellschaft bringt den Staat in Schwierigkeiten, weil das Geld für Renten und Pflege, für die medizinische Versorgung und die Sozialsysteme immer knapper wird. Jetzt taucht hinter diesen zentralen Problemen - von der Öffentlichkeit kaum bemerkt - noch eine Entwicklung auf, die aus humanitärer Sicht eine Tragödie widerspiegelt: der Anstieg von Suiziden bei alten Menschen. Unter den knapp 10 000 Menschen, die jährlich den Freitod wählen, ist jeder Zweite über 60 Jahre alt. Die umstrittene Schweizer Sterbehilfe-Organisation Exit hat zu diesem Thema soeben Zahlen veröffentlicht, die sich wie die Erfolgsbilanz eines Wirtschaftsunternehmens lesen. Zynische Kernaussage: 25 Prozent mehr Menschen - Durchschnittsalter: 77,5 Jahre - haben 2014 mit Hilfe von Exit ihr Leben beendet.