Als Reaktion auf seine Importzölle könnte China Handelsmauern hochziehen und so den exportstärksten US-Autoherstellern Probleme bereiten - also auch dem Daimler-Konzern, der dort im großen Stil Fahrzeuge baut. Daimlers abgesenkte Gewinnprognose wirft ein Schlaglicht darauf, dass die von Trump attackierte deutsche Autoindustrie massiv aus den USA heraus exportiert und so deren vielbeklagtes Außenhandelsdefizit verringert. Der erste Geschädigte des Handelskonflikts könnten somit die USA selbst sein - und damit auch Daimler. Aus guten Gründen führt Daimler für seine eingetrübte Einschätzung nicht nur Trump ins Feld. Auch der Diesel und nicht zuletzt die von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer angeordneten Zwangsrückrufe schlagen ins Kontor. Der neue raue Umgangston der Politik zeigt, wie viel Glaubwürdigkeit die Manipulationsvorwürfe und die Ermittlungsverfahren die Branche gekostet haben - bei den Bürgern ebenso wie bei der Politik, die der Branche traditionell eher gewogen ist. Nun besteht die Gefahr, dass die Entwicklung in das andere Extrem abgleitet. Manche Klagen der Autobauer in der Vergangenheit mögen überzogen gewesen sein. Wenn die Politik aber nur noch weghört, betreibt Europa die gleiche Selbstbeschädigung, die es in den USA mit Kopfschütteln begleitet.
Meinungen Teurer Trump
Klaus Köster 21.06.2018 - 20:42 Uhr