Luisenburg, Sommer 2010: Das Publikum feiert, singt und tanzt, wirft Reis und Toast, spritzt Wasser und lässt Klopapierrollen durch die Luft segeln, der Lärm im Zuschauerraum überdeckt immer wieder die Schauspieler auf der Bühne; die nehmen's gelassen. Theater Hof, Frühjahr 2015: Das Publikum feiert, singt und tanzt, wirft Reis und Toast, spritzt Wasser und lässt Klopapierrollen durch die Luft segeln, der Lärm im Zuschauerraum überdeckt immer wieder die Schauspieler auf der Bühne; die nehmen's gelassen. Es ist immer wieder das Gleiche, wenn Richard O'Briens "Rocky Horror Show" über irgendeine Bühne der Welt geht; und das schon seit 42 Jahren. Genau 40 Jahre ist es her, dass das Kult-Grusical mit der berühmten Musik ("Time Warp") und den ausgeflippten Gestalten vom Planeten Transsexual in der Galaxie Transsylvanien in London in der Regie von Jim Sharman auch auf die große Leinwand fand - wo es zunächst einmal floppte. Es waren die eingefleischten Fans, die unermüdlich Werbung machten für die Filmversion ihres Lieblingsmusicals und wieder und wieder ins Kino rannten; in voller Ausrüstung natürlich, samt Strapsen und Federboas. Leicht verändert kam die "Rocky Horror Picture Show" daher nach einem halben Jahr noch einmal neu in die Kinos. Und da blieb sie - in manchen sogar bis heute, wie in den Museum Lichtspielen in der Au in München, wo sie seit dem 24. Juni 1977 jedes Wochenende in den Spätvorstellungen läuft. Mit der jahrzehntelangen Vorführung im speziell dekorierten Saal steht das 1910 eröffnete Haus im Guinness-Buch der Rekorde. Damit sind Lichtspielhaus und Film längst Kult. Das gilt auch für die Besetzung, die der "Picture Show" zur derart langen Lebensdauer verholfen hat: Tim Curry als Dr. Frank N. Furter, Richard O'Brien als Riff Raff, Meat Loaf als Eddie sowie die damals noch unbekannten Susan Sarandon und Barry Bostwick als Janet und Brad.