Michl Müller in Ebelsbach Alltag zum Schlapplachen

Günther Geiling
Michl Müller in Aktion. Foto: /Günther Geiling

Er ist wieder da! Zwei Jahre hat es gedauert, doch nun konnte Michl Müller das Publikum in Ebelsbach wieder begeistern. Und zwar mit dem Programm, das er auch in Eyerichshof spielen wird.

„Jeder Abend ist für mich spannend, wie viele Leute kommen und wer denn da unten hockt. Hier in Ebelsbach fühle ich mich mit meiner fünften Vorstellung fast heimisch und weiß genau, wo ich hinmuss. Heute habe ich wohl viele Leute mit ihren Weihnachtsgeschenken aus den letzten zwei Jahren vor mir sitzen, denn das Konzert wurde ja zweimal verschoben. Heute heißt es aber, Ebelsbach, ich bin da!“ Damit holte der „fränkische Dreggsagg“ Michl Müller seine Zuschauer und Zuhörer im ausverkauften Bürgersaal in Ebelsbach von der ersten Minute ab und strapazierte die Lachmuskeln, wobei sich sein eigener Hausbau wie ein roter Faden durch die Alltagsgeschichten zog.

Die Theatergruppe Ebelsbach und vor allem ihr Vorsitzender Ewald Moser pflegt schon seit Jahren ein besonderes Verhältnis zu Michl Müller und war schon bei seinen ersten Auftritten des Rhöners im Gasthaus von Garitz dabei, als von einer großen Karriere vielleicht nur geträumt wurde.

Kontakte gibt es aber auch noch zu ehemaligen Arbeitskollegen, denn Michel Müller lernte in der Metallindustrie und arbeitet von 1987 bis 2004 bei SKF in Schweinfurt. „Dort war ich zuletzt in der Härterei und habe zumindest genauso geschwitzt wie heute auf der Bühne“.

Die Pandemie sei für ihn auch nicht so einfach gewesen. „Ich bin dreimal geimpft und habe mich deswegen mehr um das Private gekümmert, aber die Zeit auch für mein neues Programm genutzt. Ich glaube, das ist ganz gut geworden mit den vielen Alltagsgeschichten, von Corona bis zum Ukraine-Krieg und auf der Baustelle meines Hauses. Jeder findet sich so im Programm.“ Außerdem ist es gut, dass er auch im Fernsehen mit Sendungen vertreten ist und zusätzlich habe er neue Projekte mit anderen Künstlern gemacht oder neue Ideen schon überlegt.

„Erheben sie sich von ihrem Sitzplatz! Ja, Ebelsbach!“ Dies und sein erstes Lied rissen alle gleich von Anfang an mit. „Das hört sich gut an. So richtig locker, leicht und unbeschwert wieder Freunde treffen“ klang es und seine Gäste kamen gleich ins Schwitzen, wobei er meinte: „Nach zwei Jahren Corona sind wir das nicht mehr gewohnt. Da waren wir um diese Zeit schon im Bett gelegen.“ Zuerst Corona, jetzt der Krieg und „deswegen setze ich meine Hoffnung jetzt auf eine russische Putzfrau“.

Corona habe einfach alles verändert und am Anfang habe man ja seine Masken selbst gebastelt aus Vorhängen oder alten Unterhosen. „Zwei Wochen bin ich mit einer alten Unterhose im Gesicht rumgerennt.“ Hier ließ natürlich das Lied „du bist mei Ünterhos“ nicht lange auf sich warten. Überhaupt habe die Corona-Krise auch ihre guten Seiten gehabt. „Ich habe 24 neue Lieder gemacht, „denn die fallen mir beim Laufen, wo er „Waldpaten“ begegne. „Früher hieß das Holz machen, heute Waldbaden, den ganzen Körper erleben oder Bäume umarmen“.

Michl Müller verstand es bei jeder Szene, seine Zuhörer mitzunehmen, und sah in Julia und Sebastian aus der ersten Reihe plötzlich ein neues „Volksmusikduo“ aus Ebelsbach und auch der Ort „Goggelgereuth“ schoss ihm immer wieder durch den Kopf, weil er auf seinem Weg nach Ebelsbach dieses Ortsschild gesehen hatte.

Michl Müller hatte bei seinem Programm „verrückt nach Müller“ einfach alles im Gepäck. Das reichte von der Schlagerszene „singen die Amigos ihre Lieder, kommt das Virus niemals wieder“ bis hin zum Fernsehprogramm, an dem er kein gutes Haar ließ. Das begann beim „perfekten Dinner“ und führte bis hin zu „Bauer sucht Frau“. „Ich habe mich schon lang fragt: Wo kriegen denn die bloß die ganzen Bauern her. Jede Sä-Maschine is doch schöner, aber die Frauen stehen drauf. Jede Frau müsste doch sofort ihre Bein unter die Arm nehm und nach Goggelgereuth renn!“

Die Pandemie habe aber auch zu anderen Entwicklungen geführt wie „Homeoffice“. „Aber es gibt einfach Berufsgruppen, die könna ka Homeoffice mach wie a Maurer oder der Metzger. Der kann ja a net sei Sau zum Schlachten mit ham nehm und im Wohnzimmer mit ihr Rosamunde Pilcher guck. Des wäret dann aber ein zartes Fleisch.“ Dann kam er auf Frank zu sprechen, der mit seinem Thermomix jetzt vegan kocht, aber dreimal die Woche zum Metzger rennt und Spießbratenbrödla isst“. Beim Thermomix spricht er sogar von den „drei Religionen, evangelisch, katholisch und Thermomix. Die glauben auch alles, was der ihnen verspricht. Der Thermomix-Abend als Videokonferenz war des schlimmste, was ich in meinem ganzen Leben gemacht hab.“

Aber durch seinen Hausbau, der nun schon drei Jahre dauert, sei er gut beschäftigt gewesen und nannte die Küchenplanung das Herzstück des Hauses „wenn du an Dampfgarer hast, brauchst kann Thermomixer mehr“ und auf seine „Rowenta-Kaffe-Maschine“ wollte er nicht verzichten, „denn mit der kriegst mit immer 6 Löffel Kaffee, egal wie viel Wasser auch immer, den besten Expresso“. Er wasche auch, aber bügeln gebe es für ihn nicht. Da verwies er auf Janik im grünen Jogginganzug von Aldi mit dem fränkischen Welthit „Männer, die bügeln, sind sexy.“

Mit Liedern wie „ich bin verrückt nach dir“ oder dem Blues „Spießbratenbrödla, des is meins, lieber zwei als nur eins“ traf er die Wünsche seiner Zuhörer, die ihn natürlich nicht ohne Zugabe von der Bühne ließen. Sie wurden von ihm belohnt mit einem Medley bekannter Lieder wie „Günther“ mit seinem Schneepflug, „wenn es Nacht wird am Kilimandscharo“, und natürlich durfte die „Fleischverkäuferin“ nicht fehlten. Die Stimmung schwappte dabei über und der ganze Saal sang mit.

 

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