Auch diesmal kommt eine Katastrophe für die Regierung zu einer besonders ungünstigen Unzeit. Denn seit einem knappen Monat erleidet Südkorea eine Staatskrise. Am 3. Dezember rief Yoon Suk-yeol, der mittlerweile seines Amtes enthoben wurde und vor einem Gerichtsprozess steht, das Kriegsrecht aus, wollte offenbar eine Art Diktatur errichten. Im zuvor schon geteilten Parlament zeigt sich mittlerweile, dass das Land bis auf Weiteres unregierbar geworden ist. Nun scheint das Risiko hoch, dass der Flugzeugabsturz im Zusammenhang der Staatskrise politisiert wird.
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Präsident
Letzten Freitag wurde der Nachfolger von Yoon Suk-yeol, Han Duck-soo, der die Geschäfte des Präsidenten in einer Übergangsrolle übernommen hatte, durch das Parlament seines Amtes enthoben. Während Yoon Suk-yeol der konservativen People Power Party (PPP) angehört, hat im Parlament die liberale Oppositionsführerin Demokratische Partei (DP) die Mehrheit inne. Schon vor Yoons gescheiterter Kriegsrechtserklärung waren Kompromisse schwierig. Nun scheinen sie unmöglich.
Opposition
Mit dem Flugzeugabsturz muss sich nun der neue Interimspräsident Choi Sang-mok auseinandersetzen, der bis Freitag noch Finanzminister war. Die DP-geführte Opposition verkündete vergangene Woche, dass sie bereit sei, auch den nächsten Interimspräsidenten aus dem Amt zu befördern. Ziel der DP ist es, die Staatskrise derart zu beheben, dass der Fall um Yoon geklärt und Neuwahlen eingeleitet werden.