Aus dem Kopf ein 30-Seiten-Diktat
Erfolglos ist aber auch der einstige Wessi und Linkenpolitiker Ramelow im Osten gewesen, wie seine sinkenden Umfragewerte zeigen. Er selbst führt das Tief seiner Regierungsbewertung auf seine ungeliebten Corona-Beschlüsse und das Vorhandensein einer „Stapelkrise“ zurück und natürlich auf die Zerrissenheit der Linken. Viele Antworten –etwa auf eine Erhöhung der Mindestrente oder des Mindestlohns - könne das Bundesland ja gar nicht geben.
Persönlich interessant waren Bemerkungen, wonach Ramelow seine Rechtschreibschwäche (Legasthenie) eigentlich sein Leben lang nicht in den Griff gekriegt hat. Sein Englisch sei deshalb sehr mäßig. „Ich muss alles im Kopf haben. Ich könnte Ihnen jetzt aber 30 Seiten diktieren.“ Dass er früher in der Schule als „Loser“ dargestellt worden sei, bis man ihn spät als Legastheniker einstufte, habe in ihm aber vielleicht einen „Drang zur Dominanz“ geweckt. Gegen den Trend, dass ihm gelegentlich der Kragen platzt, habe er eine Strategie entwickelt. Falls sein Kopf rot anlaufe, müsse ihm ein Mitarbeiter die Hand auf die Schulter legen: Er finde dann schon einen „Ausgang“ aus der Spirale, die Coolness, um nicht andere zu verletzen.
Zur Thüringer Bratwurst ist der Ministerpräsident derzeit auf Distanz. Er fastet und will so viele Kilo verlieren, wie seine Partei an Prozentpunkten aufholen muss, um wieder an die Spitze zu kommen. „Acht Kilo habe ich schon runter.“ Er sei munter dabei, sein Ziel zu erreichen.