Proben statt chillen Mitmachkonzert am Landestheater

Junge Talente musizieren in der Herbstferien gemeinsam mit Orchesterprofis. Am Samstag präsentieren sie ihr Mitmachkonzert im Landestheater.

Proben mit den Profis: Schüler und Studentinnen bereiten sich mit dem Philharmonischen Orchester des Landestheaters aufs Mitmachkonzert vor. Foto: /Dieter Ungelenk

Coburg - Cellistin Henriette studiert Architektur, Dorothee am Flügel will Ärztin werden und Trompeter Tobias hat noch neun Jahre Schule vor sich. Eigentlich könnten sie in dieser Woche chillen, aber sie widmen ihre Herbstferien lieber der Musik: Gemeinsam mit elf anderen jungen Talenten und rund 35 Profis aus dem Philharmonischen Orchester treffen sie sich täglich im Probensaal im Coburger Hahnweg fürs Mitmachkonzert, das sie am Samstag, 6. November, um 18 Uhr im Landestheater geben werden. Werke von Edvard Grieg, Franz Schubert, Jacques Offenbach und anderen stehen auf dem einstündigen Programm, das Wolfgang Lischke mit dem Pop-up-Orchester einstudiert.

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„Er ist ein Glücksfall für uns“, meint Johannes Donhauser, Solofagottist und seit dem Start vor zehn Jahren ehrenamtlicher Leiter dieses musikpädagogischen Projekts. Mit Wolfgang Lischke hat er einen Dirigenten gefunden, der Erfahrungen mit Profis und Laien mitbringt: Der frühere Kapellmeister am Beethoven-Orchester in Bonn ist heute als Musiklehrer am Coburger Casimirianum tätig.

Kein Wunder also, dass viele der jungen Instrumentalisten vom humanistischen Gymnasium stammen. „Unsere Zielgruppe sind fortgeschrittene Schüler und junge Erwachsene, die nicht unbedingt Berufsmusiker werden wollen“, erläutert Lischke. Aber auch Semi-Profis und solche, die Profi werden wollen, spielen mit: Kontrabassist Henrik möchte nach dem Abitur Musik studieren, Pianist Paul hat die Perspektive Musiklehrer.

Momentan steht für alle aber der Spaß am gemeinsamen Musizieren im Vordergrund. Manche geben ihr Orchester-Debüt – wie die zwölfjährige Anna, die seit vier Jahren Cello spielt. Andere zählen schon zum „harten Kern“ des Mitmachorchesters, das der frühere GMD Roland Kluttig gemeinsam mit Donhauser 2011 ins Leben gerufen hat. Zuvor hatte es bereits das Jugendsinfonieorchester gegeben, das von einigen Profis verstärkt wurde. „Wir haben das Prinzip umgedreht: musikbegeisterte Kinder und Jugendliche bekommen nun einmal im Jahr die Möglichkeit, mit dem Philharmonischen Orchester auf der Bühne des Landestheaters zu spielen“, erklärt der Initiator.

Die musikalische Nachwuchsförderung ist ihm eine Herzensangelegenheit, deshalb ist er froh, das Projekt nach der Unterbrechung im vergangenen Jahr wieder aufnehmen zu können. Wegen der ungewissen Corona-Lage konnten diesmal allerdings weniger Bewerberinnen und Bewerber berücksichtigt werden, das Programm wurde so konzipiert, dass es auch mit Abstandsregeln aufführbar ist.

Den ersten Teil gestalten die jungen Streicher mit Stücken wie Edvard Griegs „Aus Holbergs Zeit“ und den extra für dieses Konzert angefertigten Tango-Arrangements von Juan Esteban Cuacci. Im zweiten Teil übernehmen die jungen Bläser mit Mozarts Sinfonie in g-Moll und Franz Schuberts Ballettmusiken zu Rosamunde. Dank der Anmeldung einer Harfenistin fanden Intermezzo und Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach ins Programm.