Mitwitz Baggern am neuen Foto-Hotspot

Spatenstich für eine richtungsweisende Baustelle am südwestlichen Ortseingang von Mitwitz (von links): Landrat Klaus Löffler, Matthias Greiner (SDL), Johanna Bunte (Station C23), Bürgermeister Oliver Plewa und Altbürgermeister Hans-Peter Laschka. Foto: /Nicole Julien-Mann

Das Wasserschloss soll künftig noch schöner anzuschauen sein – und zwar vom Ortseingang aus.Dieser wird seit Freitag umgebaut, was besonders einen Mann freut.

Mitwitz - Jede Baumaßnahme beginnt mit einem Spatenstich. In Mitwitz beendete diese symbolische Geste am Freitag einen Planungsprozess, den Altbürgermeister Hans-Peter Laschka vor über zehn Jahren einleitete und seither engagiert begleitet hatte. Jetzt rollen endlich die Bagger an.

In den nächsten zwei Jahren wird es staubig, dreckig, laut, es wird zu Behinderungen kommen und an den Nerven der Bauleute und der Bürgerinnen und Bürger zehren. Doch es wird sich lohnen für Mitwitz und den gesamten Landkreis, das jedenfalls ist der Tenor der Grußworte von Landrat Klaus Löffler und Bürgermeister Oliver Plewa. „Der Spatenstich ist der Auftakt zur Entwicklung des Wasserschlosses, die wir Hand in Hand mit dem Landkreis Kronach gestalten, um unser Wahrzeichen ins rechte Licht zu rücken“, sagte Oliver Plewa.

Nicht nur ein guter und schöner Tag für Mitwitz sei heute, bestätigte anschließend Landrat Klaus Löffler, sondern für den ganzen Landkreis, denn „Zukunftsprojekte sind in unserer DNA enthalten. Perspektiven zu entwickeln, verbindet uns und treibt uns an.“

Der kreis schließ sich

Für Altbürgermeister Hans-Peter Laschka schließt sich heute ein Kreis. „Ich bin dankbar, dass dieses Projekt vehement weitergeführt wird. Ich werde jeden Tag schauen, wie es vorangeht“, versprach er. Karl Köhler vom Architekturbüro Station C23 freute sich, dass es nun endlich losgeht, und Matthias Greiner von der Baufirma SDL wertete es als ein gutes Omen, dass Mitwitz die letzten verfügbaren Stapler ergattern konnte.

Mitwitz, als das Tor zum Frankenwald, wie Landrat Klaus Löffler nie müde wird zu betonen, erhält endlich einen repräsentablen Ortseingang im Südwesten und damit ein standesgemäßes Foyer zur Touristenattraktion Wasserschloss. Das Areal bildet den optischen Brückenschlag über die Föritz und die Schlossallee zum Renaissance-Schlösschen und wertet damit das komplette Umfeld auf. Der Blick auf das romantische Gebäude wird bald nicht mehr getrübt durch die Industriebrache, die sich seit dem Rückbau der ehemaligen Kinderwagenfabrik Fischer gebildet hatte.

Willkommenshäuschen

Der erste Bauabschnitt der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme besteht aus drei Teilen. Zunächst entsteht aus den provisorischen Parkplätzen ein Parkbalkon mit einem Willkommenshäuschen. Dieses empfängt Besucher mit Informationen zu den lokalen Wanderwegen und dem Naturpark. Vielleicht entwickelt es sich schon bald zum Foto-Hotspot mit der unverstellten Aussicht auf das Wasserschloss. Die Baumaßnahme soll bis Ende 2020 abgeschlossen sein. Parallel laufen die Planungen für Teil zwei, die Ufergestaltung und Renaturierung der Föritz. Mit der Umsetzung soll noch im Winter 2021/2022 begonnen werden. Im Anschluss dran erhält die Fläche vom Parkbalkon bis zur Föritz einen versickerungsfähigen Schotterrasen, der bei Veranstaltungen als temporärer Parkplatz dienen wird. Rad- und Fußweg werden zusammengeführt und verbinden das südliche Ufer durch eine neue Brücke mit der Schlossallee, dem Turnplatz und damit auch mit dem Schloss und dem Park.

Die Aufwertung dieser Areale in unmittelbarer Nähe zum Schloss wird mittelfristig angegangen. Ebenso die Gestaltung des sogenannten „Berggartens“ als Achse zu den bewaldeten Hängen mit dem lokalen Wanderwegenetz.

Es gibt noch viel zu tun in den nächsten Jahren, wobei nicht unerwähnt bleiben soll, dass dies ohne die jahrelange Vorarbeit nicht möglich wäre. „Dieses Projekt ist kein Selbstläufer“, betont Oliver Plewa. In diesem Zusammenhang dankt er ausdrücklich den Partnern bei der Regierung von Oberfranken sowie der zielführenden konstruktiven Kooperation mit dem Gemeinderat. Darüber sind sich alle einig: Was Besucher von außerhalb anlockt, kommt auch den eigenen Bürgerinnen und Bürgern zugute.

Chronologie

Im Jahr 2010 geriet die Neuordnung der sogenannten Fischer-Brache an der Coburger Straße ins Visier des städtebaulichen Entwicklungskonzepts. Empfohlen wurde der Rückbau der Fabrikgebäude. Die Stadtentwickler identifizierten die Freifläche als wichtige landschaftliche Schlüsselstellung zwischen dem Wasserschloss, der Schlossallee, dem Föritz-Ufer sowie den bewaldeten Hügeln. 2015 fand ein Wettbewerb zur Neugestaltung des Areals statt. An dieser offenen Planungswerkstatt nahmen fünf Planungsbüros teil, frühzeitig wurden öffentliche Akteure und die Bürgerinnen und Bürger eingebunden. In der Ergebnispräsentation im Januar 2016 gingen die Architekten und Landschaftsarchitekten von Station C23 aus Leipzig hervor. Doch erst 2020 wurde das Projekt erneut angeschoben und die vorantreibenden Planungen abgeschlossen. Die Kosten belaufen sich auf etwa 1,5 Millionen Euro. Davon werden 80 Prozent gefördert.

 

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