Mitwitz Mit Vollgas in die Kurve

Friedrich Bürger

Bei der Mitwitzer Kirchweih findet erstmals ein Bobbycar-Rennen statt. Es gerät zu einer Mordsgaudi für Teilnehmer und Zuschauer.

Die Mitwitzer Kirchstraße ist am Montag zur Bobbycar-Rennstrecke geworden. Die Krouha-Faschingsgesellschaft unter Vorsitz von Sabine Sander mobilisierte hierfür zahlreiche „Miemetzer“. Darunter auch die Prominenz, angeführt von Bürgermeister Oliver Plewa, der im Übrigen eine erstaunlich gute Vorstellung abgab. Sonderapplaus gab es für Familie Urban aus Mitwitz, die fast komplett zu diesem außergewöhnlichen Event angetreten war.

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Rasant und mit brillanter Technik absolvierte den leicht bogenförmigen Kurs Tochter Lina, Mutter Susanne unterstützte das Krouha-Organisationsteam beim Zieleinlauf mit Abwinkfahne, und Vater Stephan konnte immerhin in der B-Note (Ästhetik und Ausführung) punkten. Für eine vordere Platzierung reichte es leider nicht, hier fehlten dann doch noch einige Übungseinheiten. Eine gute Figur machte auch Annette Meusel vom „Steinernen Löwen“, obwohl sie sich erst einen Trainingslauf zur Vorbereitung gewünscht hätte.

Rennleiter und Moderator Harald Renner hatte nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Startnummernausgabe schließlich alles im Griff und löste seine nicht immer leichte Aufgabe hervorragend. Einige gemeldete Teilnehmer waren zunächst nicht aufzufinden, vermutlich hatten sie ihren Kirchweihfrühschoppen über die Mittagszeit hinaus ausgedehnt und mussten nach erfolgreicher Suche erst zum Start geführt werden. Aber auch das gelang, etwas mühsam zwar, aber immerhin. Spätestens nach der mit den teils euphorisierten Zuschauern einstudierten und überschwappenden La-Ola-Welle war das Rennen gelaufen, natürlich nicht wirklich, denn einige Wettkämpfe hatten durchaus einen sportlichen Anspruch.

Das Rennen, das als Parallelslalom durchgeführt wurde, hatte mit technischem Direktor Hans Sander einen Profi an der von ihm selbst gefertigten Startrampe. Überaus fair gestaltete sich der Rennverlauf. Wie Streckenarzt Dr. Matthias Rudolph erfreut vermeldete, gab es auch keine schlimmen Verletzungen, lediglich kleinere Blessuren. Diese rührten, wenn überhaupt, daher, weil nicht alle Bobbycarler vorschriftsmäßig ausgestattet waren. Inwiefern der modische Hut von Kaminkehrermeister Florian Götz dem Reglement entsprochen hatte, soll das Schiedsgericht im Nachhinein noch entscheiden. Das Urteil wird beim Krouha-Fasching 2023 bekannt gegeben.

Hektik blitzte allerdings für einen Moment auf, als der spätere Sieger Markus „Magge“ Angermüller nur hauchdünn an einer roten Karte vorbeischrammte. Was war passiert? Er hatte zunächst keinen Kontrahenten und glaubte deswegen, er habe ein Freilos. Lautstark und wild gestikulierend beschwerte er sich, als dann urplötzlich mit Peter Kern ein „Ersatzmann“ aus dem Nichts auftauchte. „Magge“ hatte letztlich Glück, da der akkreditierte Schiedsrichter just in diesem Moment von den charmanten Krouha-Damen an der Bar abgelenkt war und diesen unrühmlichen Vorfall nicht bemerkt hatte. Den Zuschauern war das sowieso egal, sie hatten jedenfalls ihren Spaß und ihre Freude am Einsatz und dem Eifer der Akteure. Selbst der eigens herbestellte Pressefotograf hatte große Mühe, ein halbwegs brauchbares Bild zu schießen, da die „Rennwagen“, respektive ihre Fahrer, einfach zu schnell waren. Jeder Teilnehmer hatte das Recht, aus einer Anzahl von Bobbycars sein „Lieblingspferd“ auszusuchen, das seinem Gewicht und seiner Körpergröße entsprach. Sicher kein leichtes Unterfangen bei all den Leichtfüßen und Schwergewichten.

Als das letzte Bobbycar die Ziellinie überquert hatte, das letzte volle Glas süffigen Getränkes geleert worden war und Ober-Krouha Sabine Sander ihren Segen dazu gegeben hatte, konnten folgende Akteure auf dem Siegerpodest ausgezeichnet und geehrt werden: Lara Busch, Charlotte Mäder, Markus Angermüller, technischer Direktor Hans Sander, David Staufer.

Während die Siegesfeier im Gang war, nutzten freudige Kinder die Gelegenheit, es den Großen nachzutun. Sie verwandelten die Kirchstraße in eine Bobbycar-Spielstraße. Auch deshalb, so der Tenor der Einheimischen, sei die Miemetzer Kerwa in diesem Jahr besonders schön gewesen.