Mobiles Theater für Kids Musikvergnügen mit tierischen Helden

Der König (Emily Lorini) überlegt verzweifelt, wie er einen hohen Turm „bis in den Himmel“ bauen kann. Ob Schlagzeuger Antonino Secchia und Posaunist Michael Gößmann helfen können? Foto: Neue Presse/Maja Engelhardt

Theater in Schule oder Kindergarten: Das Musiktheaterstück „BABbEL“ ist auf Tour und begeistert bei der Premiere in Seidmannsdorf. Mitmachen ist angesagt.

 
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Verzückt steht er da, der König und richtet sein riesiges Fernrohr nach oben. Was glitzert und schimmert denn da am Firmament? Möchte der Himmel Botschaften schicken? Etwas mitteilen? Das muss der Mächtige mal erkunden. Ein gigantischer Turm muss her, mit dem er all dies erforschen kann. Doch das Bauvorhaben gestaltet sich weitaus schwieriger, als es der Herrscher ursprünglich angenommen hat. Und das nicht nur wegen der „Erdhubarbeiten“, nein, er hat auch mit den tierischen Bewohnern des Flussbetts zu kämpfen, deren Wohnung „geraubt“ wird und mit „Faulenzer-Arbeitern“.

Angelehnt an die Erzählung „Der Turmbau zu Babel“ aus dem Alten Testament, hat die Sängerin und Komponistin Paula Fünfeck ein witzig-liebevolles Musiktheaterstück auch für die ganz Kleinen geschrieben. In der Inszenierung von Selina Girschweiler feierte „BABbEL“ nun offizielle Premiere im Kinderhaus in Seidmannsdorf.

Eine Dreiviertelstunde lang durften die Jungen und Mädchen kichern, staunen und lauschen, aber auch mitsingen, klatschen und schnippen. „BABbEL“ ist nicht nur zum Zugucken da, sondern lädt ein, selbst aktiv zu werden. Auf der „Großbaustelle“ dürfen die Kinder „quitschen und quatschen“, „mitschen und matschen“ und den „Lehm in Form klatschen“. Animiert werden sie dazu vom König (Emily Lorini) und dessen musikalischen Begleitern Antonino Secchia am Schlagwerk und Michael Gößmann an der Posaune. Mal laut, mal leise, mal fröhlich, mal wütend, mal zart, mal kräftig, die Musik ist perfekt auf die Handlung abgestimmt.

Zum Lachen laden die witzigen und farbenfrohen Kostüme (Elvira Freind) ein: Der König wandelt in einem knallbunten, Globus ähnlichen, Umhang durch die Gegend, unter ihm, am Fluss, tummeln sich Schildkröten aus Strohhüten, in Gesellschaft von Handschuh-Fröschen und einem Teichhuhn, dessen Schopf eher einer Hecke als dem Haupt eines Federviehs gleicht.

Gesang, Wort und Interaktion wechseln sich ab, nie wird es langweilig oder unverständlich. Für die Größeren (oder Erwachsenen?) sind kleine Gags und Wortspiele eingebaut, so verlangt das aufgeregte Huhn tatsächlich erbost eine Petition auf change.org. wegen der Zerstörung seines Lebensraums, wenn der König diesen hohen Turm errichten möchte. Und der unterste Ziegelstein des Bauwerks fühlt sich im wahrsten Sinn des Wortes „erdrückend“.

Doch natürlich gibt es ein Happy End und danach begeisterten Applaus für ein rundum gelungenes Kindermusikstück, das fesselt, zum Schmunzeln animiert und schlichtweg gute Laune macht. Und auch zum Zusammenhalten und Miteinander aufruft. Gleich, welche Schwierigkeiten und Unterschiede sich auch zeigen mögen.

• „BABbEL“ ist mobil unterwegs und kann für den Kindergarten (empfohlen ab fünf Jahren) oder das Klassenzimmer gebucht werden.

Anfragen unter: jungeslandestheater@landestheater.coburg.de

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