Mobilität und Energie Die Qual der Wahl des Antriebs

### Titel ### Quelle: Unbekannt

Welcher Motor ist für Autofahrer am wirtschaftlichsten? Einzig der VW Golf steht für einen Vergleich in allen Antriebsarten zur Verfügung. Käufer müssen abwägen zwischen Anschaffungspreis und Treibstoffkosten.

Mit welchem Antrieb sind Autofahrer am günstigsten unterwegs? Die Alternativen heißen: Elektro-, Erdgas-, Hybrid-, Benzin- oder Dieselfahrzeug. Ein präziser Vergleich jedoch ist schwierig, denn die Fahrzeuge verschiedener Marken sind in unterschiedlichen Klassen mit variierenden Leistungen unterwegs. Einzig mit dem VW Golf kann der Versuch eines Vergleichs gewagt werden, da hier alle Antriebsarten zur Verfügung stehen.

Vom Anschaffungspreis her sehr verlockend ist der VW Golf 1.0 TSI Trendline, ein Benziner mit 115 PS. Er kostet 21 350 Euro und ist mit einem Normverbrauch von 4,3 Litern erstaunlich sparsam unterwegs. Das ermöglicht ihm die beachtliche Reichweite von etwa 1160 Kilometer. Bei einem Benzinpreis von 1,35 Euro pro Liter kosten 100 Kilometer Fahrt etwa 5,80 Euro.

Der kleine Diesel 1,6 TDI Trendline mit 110 PS kostet 23 075 Euro und verbraucht nach Norm 3,4 Liter. Die Reichweite ist kaum überbietbar, denn 1470 Kilometer mit einer Tankfüllung schafft kaum ein anderes Fahrzeug. Legt man einen Dieselpreis von 1,15 Euro zugrunde, dann kosten 100 Kilometer gerade mal 3,90 Euro.

Nur 750 Euro über dem Preis des Golf TDI und 2475 Euro über dem des 1.0 TSI liegt der Golf 1,4 TGI Trendline (23 825 Euro). Dessen 1,4-Liter-Benzinmotor (110 PS) mit bivalentem Erdgasbetrieb (CNG) schaltet je nach Bedarf automatisch zwischen den beiden Kraftstoffen hin und her. Die Kosten für Erdgas liegen im Vergleich zum reinen Benziner bei ungefähr der Hälfte, im Vergleich zum Diesel beträgt das Spar-
potenzial etwa 30 Prozent. Der Mehrpreis für den 1.4 TGI ist also relativ schnell wieder hereingefahren. Auf 100 Kilometer verbraucht der Gas-Golf 3,5 Kilogramm Erdgas, das aktuell etwa 1,10 Euro pro Kilo kostet. Nutzt man allein diesen Betriebsstoff, dann sind für 100 Kilometer im Gas-Golf also rund 3,85 Euro auszugeben. Addiert man die beiden Reichweiten, die Erdgas- und Benzintank ermöglichen, so sind knapp die Reichweiten des Golf 1,6 TDI zu schaffen: Mit dem 15 Kilogramm fassenden Erdgas-Tank allein liegt die Reichweite bei 420 Kilometern. Der zusätzlich 50 Liter große Benzintank ermöglicht bei einem Verbrauch von 5,3 Litern somit eine Gesamtstrecke von bis zu 1360 Kilometer.

Wer elektrisch fahren möchte, muss beim Anschaffungspreis allerdings deutlich tiefer in die Tasche greifen als bei den reinen Verbrennern. Beispiel der

VW e-Golf: Das rein elektrisch betriebene Fahrzeug kostet 34 900 Euro - ein satter Preis. Dafür jedoch fährt es vollkommen emissionsfrei, ist aber mit der theoretischen Reichweite von 130 bis 190 Kilometern nur bedingt alltagstauglich. Wirft man einen Blick auf die Betriebskosten pro 100 Kilometer, dann ist der e-Golf ganz vorne mit dabei. 12,7 Kilowatt pro Stunde verbraucht er nach Norm, was je nach Strompreis mit knapp vier Euro zu Buche schlägt.

Deutlich alltagstauglicher ist der VW Golf Plug-in Hybrid, der mit seinem Preis von 36 900 Euro sogar den E-Golf übertrifft. Der Plug-in Hybrid ist bis zu 50 Kilometer mit dem 102 PS starken Elektromotor rein elektrisch unterwegs. Ist der Akku leer, springt der 1,4-Liter-Benziner mit 150 PS ein und erweitert die Gesamt-Reichweite auf mehr als 900 Kilometer. Der Verbrauch im elektrischen Normzyklus liegt dabei bei 1,5 Liter - theoretisch. Das würde beim derzeitigen Spritpreis von etwa 1,35 Euro etwas mehr als zwei Euro pro 100 Kilometer bedeuten. Der ADAC errechnet für den Hybriden im Normalbetrieb realistische Gesamtkosten von etwa 5,40 Euro auf 100 Kilometer.

Fazit: Es ist nicht einfach, sich zu entscheiden. Denn schon der kleine Benziner überrascht mit Sparsamkeit und fällt mit dem günstigsten Anschaffungspreis in der Reihe der Vergleichsfahrzeuge auf. Ähnlich liegen die Pluspunkte beim Diesel. Der Golf TGI ist zwar attraktiv, wenn er ausschließlich im Gas-Betrieb bewegt wird, kostet aber mehr. Wer den e-Golf rein elektrisch fährt, ist noch günstiger unterwegs, muss jedoch die Kröte hoher Preis schlucken. Genau wie beim Hybriden, der jedoch mit seiner Alltagstauglichkeit dicke Pluspunkte sammelt.

 

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