Moderne Einsatzfahrzeuge Mitwitz und Schneckenlohe setzen auf neue Feuerwehrtechnik

Drei neue Gerätewagen stärken den Brand- und Katastrophenschutz in den Ortsfeuerwehren. Warum ein altes Konzept nach Jahrzehnten ausgedient hat, zeigt sich besonders an einem Detail.

Die neuen Einsatzfahrzeuge rollen vom Hof der Firma in Benningen. Foto: NP/Gemeinde Mitwitz

Nach rund zweijähriger Planungs- und Bauzeit haben die Freiwilligen Feuerwehren Schwärzdorf, Leutendorf-Horb und Mödlitz ihre neuen Gerätewagen-Tragkraftspritzen (GW-TS) bei der Firma Trautwein Fahrzeugbau GmbH in Benningen im Allgäu abgeholt. Die drei Fahrzeuge sind Teil einer gemeinsamen Beschaffung des Marktes Mitwitz und der Gemeinde Schneckenlohe. Dies geht aus einer Pressemitteilung hervor.

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Mit der Investition ersetzen der Markt Mitwitz und die Gemeinde Schneckenlohe die mehr als 60 Jahre alten Tragkraftspritzenanhänger (TSA), die den heutigen Anforderungen des Feuerwehrdienstes nur noch eingeschränkt entsprachen. Ein Fahrzeug kostet 96.537 Euro, die Regierung von Oberfranken fördert die Beschaffung mit 20.700 Euro pro Fahrzeug. Die gemeinsame Ausschreibung der drei Fahrzeuge ermöglichte eine wirtschaftliche Lösung mit höherer staatlicher Förderung.

Gemeinsame Beschaffung mit Signalwirkung

Am frühen Morgen machte sich eine Abordnung der Feuerwehren sowie Vertreter der Kommunen auf den Weg nach Benningen. Begleitet wurden die Feuerwehrkameraden von Bürgermeister Oliver Plewa, dem Zweiten Bürgermeister der Gemeinde Schneckenlohe, Andreas Kristek, Kreisbrandmeister Moritz Kostka sowie Feuerwehrsachbearbeiterin Marina Benkert. Nach einer ausführlichen technischen Einweisung und der Fahrzeugübergabe durch den Hersteller traten die neuen Einsatzfahrzeuge die Heimreise nach Oberfranken an.

Am Abend empfingen die Ortsfeuerwehren und zahlreiche Bürger die drei GW-TS. Wasserfontänen und großes Interesse begleiteten die Ankunft der Fahrzeuge. Anschließend nutzten viele Besucher die Gelegenheit, die Technik aus nächster Nähe zu besichtigen und sich über die Einsatzmöglichkeiten zu informieren.

„Moderne Ausstattung ist Grundlage“

„Mit den neuen Fahrzeugen investieren wir gezielt in die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger und schaffen gleichzeitig gute Rahmenbedingungen für unsere ehrenamtlichen Feuerwehren. Eine moderne Ausstattung ist die Grundlage dafür, dass unsere Einsatzkräfte ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen können. Gleichzeitig stärken wir damit auch die Attraktivität des Ehrenamts und schaffen gute Voraussetzungen für die Nachwuchsgewinnung“, betonte Bürgermeister Oliver Plewa (CSU).

Der Markt Mitwitz und die Gemeinde Schneckenlohe bedanken sich bei allen Beteiligten, die die Beschaffung in den vergangenen zwei Jahren begleitet haben. Ein besonderer Dank gilt dem Ehren-Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger, der das Projekt von Beginn an fachlich begleitet und die Einführung dieses Fahrzeugkonzepts maßgeblich unterstützt hat.

Die neuen Gerätewagen ersetzen ein Fahrzeugkonzept, das über Jahrzehnte gute Dienste geleistet hatte, heute jedoch an seine Grenzen stößt. Die bisherigen Tragkraftspritzenanhänger mussten im Einsatz zunächst von einer Zugmaschine gezogen werden. Dadurch konnte wertvolle Zeit verloren gehen. Außerdem war der Transport von Einsatzkräften auf den Anhängern nicht möglich.

Lösung für enge Feuerwehrhäuser

Für die Feuerwehren im Steinachtal stellte sich die besondere Herausforderung, dass klassische Tragkraftspritzenfahrzeuge (TSF) wegen der Platzverhältnisse in den bestehenden Feuerwehrhäusern nicht wirtschaftlich untergebracht werden konnten. Diese Problematik wurde auch auf Landesebene erkannt. Das Bayerische Staatsministerium des Innern nahm deshalb Ende 2021 den Gerätewagen-Tragkraftspritze (GW-TS) in die staatliche Feuerwehrförderung auf und schuf damit eine neue Möglichkeit, die in die Jahre gekommenen Tragkraftspritzenanhänger zeitgemäß zu ersetzen.

In enger Abstimmung zwischen dem Bayerischen Innenministerium, der Regierung von Oberfranken, der Kreisbrandinspektion, den beteiligten Kommunen und den Feuerwehren entstand daraufhin ein Konzept für die Feuerwehren im Steinachtal. Im Rahmen einer gemeinsamen Ortsbesichtigung 2023 in Leutendorf-Horb, Mödlitz und Schwärzdorf wurden die örtlichen Gegebenheiten bewertet. Die Beteiligten legten die Anschaffung von drei baugleichen Gerätewagen-Tragkraftspritzen als wirtschaftliche und zukunftsfähige Lösung fest.

Technik und Taktik im Fokus

Die neuen GW-TS basieren auf einem Ford Ranger mit 170 PS, zuschaltbarem Allradantrieb und einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen. Den Aufbau fertigte die Firma Trautwein Fahrzeugbau GmbH. Die Fahrzeuge verbinden die Beladung eines Tragkraftspritzenanhängers mit den Vorteilen eines kompakten Feuerwehrfahrzeugs. Sie bieten Platz für eine Staffelbesatzung, verfügen über moderne Funk- und Sondersignaltechnik und können unmittelbar nach der Alarmierung ausrücken.

Die kompakten Pick-up-Fahrzeuge lassen sich mit nur geringfügigen Anpassungen in den vorhandenen Gerätehäusern unterbringen. Sie gelten damit als wirtschaftliche und zugleich zukunftsfähige Lösung.

Vorreiter im Landkreis Kronach

Ein weiterer Vorteil liegt in der hohen Geländegängigkeit. Mit zuschaltbarem Allradantrieb eignen sich die Fahrzeuge besonders für Einsätze in Wald- und Flurgebieten oder auf schwer zugänglichen Wegen. Vor allem bei Vegetations- und Waldbränden sowie bei Unwettereinsätzen bieten sie zusätzliche taktische Möglichkeiten. Gleichzeitig übernehmen die Fahrzeuge im Landkreis Kronach eine Vorreiterrolle, da sie zu den ersten Gerätewagen-Tragkraftspritzen dieser Bauart in der Region zählen.

Die offizielle Fahrzeugübergabe an die Freiwillige Feuerwehr Schwärzdorf fand am Sonntag statt. Die Feuerwehr Leutendorf-Horb weiht ihr Fahrzeug im Rahmen einer Feierstunde am Samstag, 8. August, ein, die Feuerwehr Mödlitz am Samstag, 5. September. Die Inbetriebnahme und Anbindung an die Integrierte Leitstelle sind für Ende Juli beziehungsweise Anfang August vorgesehen. Vor Abschluss der Fördermaßnahme nimmt Kreisbrandrat Frank Fischer die technische Abnahme vor.