Robotik und Messtechnik Hochschule Coburg als „Innovator des Jahres 2025“ prämiert

Mit mehr als 36.000 Stimmen: Das Messsystem KaliBot der Hochschule Coburg ist mit dem wohl größten Publikumspreis der deutschsprachigen Wirtschaft ausgezeichnet worden.

Professor Thorsten Uphues freut sich über die Auszeichnung. Foto: Innovator des Jahres/Tony Haupt

Das mobile Messsystem KaliBot des Instituts für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) an der Hochschule Coburg ist unter der Federführung von Professor Thorsten Uphues offiziell als „Innovator des Jahres 2025“ der Deutschen Wirtschaft ausgezeichnet worden. Das teilte die Hochschule in einer Pressemitteilung vom Montag mit. Mit mehr als 36.000 abgegebenen Stimmen im einmonatigen Online-Voting habe sich die Entwicklung beim wohl größten Publikumspreis der deutschsprachigen Wirtschaft durchgesetzt. Die Auszeichnung wurde in Berlin verliehen.

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„Als verantwortlicher Projektleiter und einer der Institutsleiter des ISAT macht es mich stolz zu sehen, wie aus einer Idee gemeinsam mit unserem Partner Brose und in einer herausragenden Teamleistung eine hochpräzise Lösung wurde“, betont Uphues. „Die Auszeichnung würdigt die innovativen Leistungen des gesamten KaliBot-Projektteams, dem mein besonderer Dank gilt.“

Durchbruch in der Roboter-Koordination

Die Auszeichnung zeige, welches Potenzial in moderner Robotik und optischer Messtechnik steckt. KaliBot löse ein fundamentales Problem der Industrierobotik für eine flexible Fertigung: Während Teamarbeit für Menschen selbstverständlich ist, scheitern Roboter demnach bislang immer dann, wenn eine direkte Interaktion untereinander gefordert ist. Was Menschen durch Blickkontakt, Haptik und kurze Abstimmung gelinge, stelle für Maschinen eine nahezu unüberwindbare Herausforderung dar.

„In einem agilen, gemeinsamen Team haben wir das Projekt selbst in wirtschaftlich turbulenten Zeiten vorangetrieben. Brose hat uns dabei die Möglichkeit gegeben, ein Projektlabor direkt in den Räumen des Projektpartners einzurichten und zu nutzen – ein entscheidender Faktor für den Erfolg. Das ist nicht selbstverständlich und dafür möchte ich mich ebenfalls bedanken.“

Auszeichnung für Neuerungskraft

Das neuartige Kalibriersystem, das im Rahmen des Bayerischen Verbundforschungsprogramms (BayVFP) entwickelt wurde, ermögliche es erstmals, mehrere Industrieroboter in einem gemeinsamen Koordinatensystem so präzise zu kalibrieren, dass sie auch im gemeinsamen Verbund exakt zusammenarbeiten können. Damit werde eine hochpräzise Lösung geschaffen, bei der ein Handgriff nahtlos in den nächsten übergeht und das mit der einer Genauigkeit, die dem Durchmesser eines menschlichen Haares entspreche. „Ich bin eben Experimentalphysiker – und vielleicht ein bisschen pedantisch, wenn es um Genauigkeit geht“, so Thorsten Uphues. Eine Eigenschaft, die dieses Projekt nun erfolgreich nach Berlin gebracht habe.

Der Publikumspreis „Innovator des Jahres“ würdigt demzufolge jedes Jahr mustergültige Innovationen aus allen Bereichen der Wirtschaft. Zur Wahl stehe Neuerungskraft quer durch alle Branchen, Unternehmensgrößen und Innovationsformen – ein Anspruch, dem KaliBot in besonderer Weise gerecht werde.

Zum Institut für Sensor- und Aktortechnik

Das Institut für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) an der Hochschule Coburg ist laut Schreiben ein anwendungsorientiertes Forschungs- und Entwicklungsinstitut, das innovative Lösungen für Industrie und Gesellschaft rund um Mess-, Prüf- und Automatisierungstechnik entwickelt und Unternehmen wie öffentliche Partner bei der Umsetzung technologischer Innovationen unterstützt.

Als In-Institut der Hochschule bündele es wissenschaftliche Expertise aus Natur- und Ingenieurwissenschaften, verknüpfe Forschung und Praxis in gemeinsamen Projekten und biete seinen Partnern einen direkten Zugang zu Know-how, Laborinfrastruktur und qualifizierten Nachwuchskräften. Geleitet wird das ISAT von Klaus Stefan Drese und Thorsten Uphues.