Im September vergangenen Jahres traf der Heimatverein Rödental eine mutige Entscheidung, als man beschloss nach 24 Jahren Pause das „Heimatspiel“ wieder mit Leben zu füllen und in Szene zu setzen.
In einem einzigartigen Ambiente lässt das Heimatspiel derzeit die Geschichte des Klosters lebendig werden. Weitere Aufführungen gibt es am Freitag und Samstag.
Im September vergangenen Jahres traf der Heimatverein Rödental eine mutige Entscheidung, als man beschloss nach 24 Jahren Pause das „Heimatspiel“ wieder mit Leben zu füllen und in Szene zu setzen.
Nach der Werbung weiterlesen
Es war der Ehrenvorsitzende, Harald Tischer, der den Stein ins Rollen brachte, um die Geschichte des Klosters Mönchröden lebendig zu gestalten. Die literarische Grundlage zum Heimatspiel liefert das Drehbuch, das Gisela Aßheuer im Jahr 1949 verfasst hat. Es erzählt in drei Bildern die Geschichte der Gründung des Klosters in Mönchröden im Jahr 1149 bis zu dessen Auflösung im Jahr 1529. Als Regisseur konnte Stefan Franz gewonnen werden, der es als eine besondere Herausforderung sah, ein Stück mit 45 Einzeldarstellern und zwei Gruppen zu inszenieren. Die Befürchtung der Verantwortlichen, dass das Projekt am Schauspielermangel scheitern könnte, zerschlug sich recht schnell. Im Januar konnte mit den Proben begonnen werden. Am vergangenen Freitag war es dann soweit: vor der perfekten Kulisse des Refektoriums fand die Premiere des Heimatspiels als Open Air Veranstaltung statt.
Bevor sich der Vorhang hob, hoffte Stefan Franz, dass sich eine alte Theaterweisheit bewahrheiten möge: „Eine misslungene Generalprobe bedingt eine gute Aufführung.“ Franz sollte recht behalten.
Mit viel Hingabe setzten die Akteure die Geschichte des Klosters in Szene, wobei sie auch die Hürde nahmen, dass man sich sprachlich in das Mittelalter begeben musste. Damit die etwa 280 Zuschauer der Premiere wussten, was sie in den einzelnen Bildern zu erwarten hatten, war es Hella Tischer als Historia Poetica vorbehalten in Reimform auf die einzelnen zeitlichen Abschnitte im Leben des Klosters einzustimmen.
So wurde im ersten Bild davon berichtet, dass es ein Mord war, der die Initialzündung zur Gründung des Klosters gab. Das zweite Bild entführte in das Jahr 1360 und die Zuschauer lernten das Dorf Culmone kennen, das einst geflutet wurde, um für das Kloster einen fischreichen See anzulegen. Das dritte Bild beschäftigte sich mit dem Niedergang des Klosters, der 1524 begann.
Stefan Franz gelang es, auch vollkommen unerfahrene Laiendarsteller mit sicherer Hand dahin zu führen, dass nicht nur Text aufgesagt wurde, sondern die einzelnen Charaktere gespielt und mit Leben erfüllt wurden. Dass die Zeitreise in die bewegte Lebenszeit des Klosters auch optisch gelang, war vor allem dem Staatstheater Meiningen zu verdanken, das die authentischen Kostüme zur Verfügung stellte. Tänzerisch wurde das Heimatspiel durch die Landjugend Fechheim und der Kindertanzgruppe der Grundschule Haarbrücken/Wildenheid bereichert.
Ersten Applaus des Abends verdiente sich Bürgermeister Marco Steiner, der in Gedichtform die „Hohen Gäste und werte Schar“ in einer längst nicht mehr aktuellen Sprache begrüßte. Musikalisch wurden die Gäste vom Musikverein Rödental auf die Einführung eingestimmt.
Wer die Geschichte des Klosters Mönchröden selbst noch hautnah in einem einzigartigen Ambiente erleben will, hat noch am 7. und 8. Juli Gelegenheit dazu. Der Vorhang hebt sich jeweils um 19.30 Uhr. Einlass ist ab 18 Uhr.