Bayreuther Mordfall Daniel W. Aktenzeichen XY bringt 60 Hinweise

Foto: Eric Waha

Weil es noch immer keine heiße Spur im Mordfall Daniel W. (24) gibt, setzten die Ermittler auf die Sendung „Aktenzeichen XY“ – und schöpfen ein wenig Hoffnung.

Bayreuth - Im Fall des in Bayreuth ermordeten Daniel W. (24) gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer nach der Ausstrahlung der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY …“ am Mittwochabend. Alexander Czech, Sprecher der Polizei Oberfranken, spricht von „mehr als 60 Hinweisen durch die Sendung, die meisten unmittelbar nach dem gesendeten Beitrag“. Die Telefone seien ausgelastet gewesen. Hinweise seien aus dem gesamten Bundesgebiet eingegangen. „Ein paar gute Hinweise sind dabei“, sagte Czech. Vor allem Beobachtungen am oder um den Tatort. Aber auch auf Beobachtungen von Personen, die mit dem von den Profilern ausgegebenen Täterprofil in Verbindung stehen können. Demnach kommen zwei mögliche Tätertypen infrage: zunächst der psychisch Kranke, der eventuell seine Medikamente nicht mehr genommen hat oder von Ängsten getrieben ist. Oder der „Waffennarr“, wie es in der Sendung hieß. Ein Mensch, der von Gewaltfantasien getrieben werde und sogar darüber geredet haben könnte oder auffällt, weil er etwa gewaltverherrlichende Videospiele spielt. „Es bleibt weiterhin viel zu tun für die Soko Radweg“, sagt Czech, die immer noch 30 Ermittler stark ist. Czech bedankte sich für die Hinweise, diese zeige, „dass der Fall die Menschen bewege“. Der 24-jährige Daniel W. wurde am Mittwoch, 19. August 2020, gegen 0.45 Uhr, von Passanten auf dem Fuß- und Radweg zwischen der Dr.-Konrad-Pöhner-Straße und der Fraunhoferstraße entdeckt. Wie sich im Rahmen einer Obduktion herausstellte, starb der junge Radfahrer aufgrund massiver Gewalteinwirkung unter Einsatz eines Messers. Die umfangreichen Ermittlungen im persönlichen Umfeld des Opfers hätten keinerlei Hinweise ergeben, betonte Erster Kriminalhauptkommissar Roland Wiefek in der XY-Sendung. Deshalb gehe man weiter davon aus, dass Opfer und Mörder sich zufällig begegneten. Aber auch davon, dass der Täter Ortskenntnisse habe, entweder weil er hier wohne und arbeite oder hier gewohnt, gearbeitet oder studiert haben könnte. Die Sendung stellte zu Beginn dar, wie zwei junge Menschen den entstellten Leichnam gefunden haben und versucht, die letzten Stunden im Leben des Computerfachmanns Daniel W. zu rekonstruieren. Wie er bei Freunden im Emil-Warburg-Weg war, die Wohnung komplett nüchtern verlassen hat und mit dem Rad in Richtung seiner Wohnung im Storchennest gefahren ist. Auch sein Drogenkonsum war ein Thema. So erfuhren die Zuschauer, dass er sein eigenes Marihuana angebaut hat.

Die Sendung steht noch in der Mediathek des ZDF. Noch immer hoffen die Ermittler auf Hinweise, wer etwas an dem Abend gesehen haben könnte. Als Gedankenstütze für mögliche Zeugen riefen sie schon in Erinnerung, dass es am frühen Morgen des 19. August 2020 zwischen 0.10 Uhr und 1 Uhr heftig regnete. Zudem fand am Vorabend das Champions League Spiel RB Leipzig gegen Paris St. Germain statt.

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