Motto in Welitsch Nicht jammern, sondern handeln

Karl-Heinz Hofmann

Die Dorfgemeinschaft Welitsch hat sich nun in einem Verein organisiert. So will man mehr für das Erscheinungsbild des Ortes erreichen.

Diese Mitglieder engagieren sich in dem neu gegründeten Verein der Welitscher Dorfgemeinschaft – sehr zur Freude von Pressigs Bürgermeister Stefan Heinlein (Sechster von links). Foto: /Karl-Heinz Hofmann

Die Dorfgemeinschaft Welitsch ist nun in einem Verein organisiert. In der Gründungsversammlung im Gasthaus Konrad informierte Frank Müller, der als Moderator für den erkrankten Initiator Heiko Kopp eingesprungen war, über die Idee dahinter. Wer mit offenen Augen durch Welitsch gehe, erkenne an vielen Stellen dringenden Handlungsbedarf, sagte er. Die meisten Straßen seien in einem desolaten Zustand. Das Ortsbild wirke wie aus den 1970er-Jahren. Die Wasserversorgung stamme zum Großteil noch aus den 1950ern und jedes Jahr gebe es mehrere Wasserrohrbrüche. Doch in Welitsch wolle man nicht nur jammern, sondern man sei bereit, sich zu engagieren, erklärte Müller. Bester Beweis dafür, dass das funktionieren könne, sei die Pflanzung einer Allee am Ortseingang in Zusammenarbeit mit dem Markt Pressig und mit Unterstützung durch den Landschaftspflegeverband Frankenwald (LPV) gewesen.

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Die Vereinsgründung war sorgfältig vorbereitet worden. Gespräche zwischen örtlichen Vereinsvorsitzenden laufen schon seit 2020, nur musste der Gründungstermin wegen der Corona-Pandemie mehrmals verschoben werden. In den nächsten Jahren soll sich einiges ändern, um Welitsch attraktiver und lebenswerter zu machen, so die Absicht der Vereinsgründer. Deshalb hatte man alle Haushalte per Wurfzettel zur Gründungsversammlung eingeladen.

Der Verein soll Projekte zur Verschönerung des Ortsbildes in puncto Planung und Umsetzung in Abstimmung mit dem Markt Pressig koordinieren. Ebenso will man für die Jubiläen „700 Jahre Pressig“ und „250 Jahre Sankt-Anna-Kirche Welitsch“, die beide im Jahr 2025 anstehen, Aufgaben angehen.

Keine Dorferneuerung

Frank Müller informierte, dass es in den nächsten Jahren keine Dorferneuerung in Welitsch geben wird. Deshalb suchen die Initiatoren des Vereins zusammen mit der Marktgemeinde nach Möglichkeiten, über kleine Förderprogramme Maßnahmen umzusetzen. Das erste Projekt war die bereits erwähnte Allee an der Ortseinfahrt aus Richtung Pressig. Die Kosten hierfür wurden zu 70 Prozent vom LPV und zu je 15 Prozent vom Landkreis und vom Markt Pressig finanziert. Getragen wurden dabei nicht nur die Kosten für die Bäume, sondern auch diejenigen für die Eigenleistung der Welitscher. So kann die Dorfgemeinschaft bei der Vereinsgründung bereits ein Guthaben vorweisen.

Schon in den nächsten Tagen will man weiter Hand anlegen. Links von der Kirche sollen Parkplätze entstehen; außerdem ist die Neugestaltung des Ehrenmals vorgesehen. Eine weitere Finanzquelle für die Maßnahmen stellt das „Regionalbudget“ der bayerischen Staatsregierung dar, das der Förderung von Kleinprojekten über die Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) dient. Für den ILE-Zusammenschluss von Stockheim und Pressig kann es mehrere Förderprojekte pro Jahr geben. Entsprechende Anträge können beispielsweise Privatleute, Vereine und Firmen stellen. Voraussetzung dafür ist ein maximales Projektvolumen von 20 000 Euro. Die Förderquote beträgt 80 Prozent bei maximal förderfähigen Kosten von 10 000 Euro.

Zur Wahl der Vorstandschaft für den neuen Verein waren 33 Gründungsmitglieder eingetragen. Gewählt wurden: Vorsitzender Heiko Kopp, 2. Vorsitzende Michaela Scherbel, Kassier Johannes Scherbel, Schriftführer Holger Konrad, Revisoren Georg Scherbel, Katharina Kopp. Es wurde beschlossen, dass aktuell keine Mitgliedsbeiträge erhoben werden.

Bürgermeister Stefan Heinlein wartete mit einer Geldspende auf und lobte das Engagement der Welitscher. Das Motto „Nicht jammern, sondern selbst aktiv werden“ unterstütze er voll und ganz. Kleinere Projekte könnten mit dem Verein unbürokratischer, schneller und kostengünstiger realisiert werden, meinte der Rathauschef.