Muay Thai Bayreuther Mohammadi ist Weltmeister

Alisa Schrauth
Nabi Mohammadi feiert WM-Gold. Die anderen Medaillen gingen nach Marokko. Foto: privat

Der Thaiboxer Nabi Mohammadi hat es geschafft: Er holt den Weltmeister-Titel der ISKA nach Oberfranken. In der Türkei knockt er seinen Finalgegner ohne Gnade aus.

Kurz sah es so aus, als ob er seinen Finalkampf nicht antreten kann. Den angesetzten Termin musste Nabi Mohammadi verschieben. „Es ging nicht anders. Mir war schlecht“, erzählt der 23-Jährige. Eine Woche vor der WM der International Sport Karate Association (ISKA) war er noch erkältet, die Nachwehen waren auch in der Türkei noch zu spüren. Die Veranstalter berieten sich und legten den Finalkampf auf den nächsten Tag. Und da zeigte er, was er kann: Mit einem gezielten Ellenbogen-Schlag in der dritten Runde knockte er den Marokkaner Youssef Akraoui aus und brachte die Halle zum Toben. „Die Stimmung nach meinem Sieg war fantastisch.“

Nabi Mohammadi ist stolz. Normalerweise kämpft er mit 60 Kilogramm – in der Türkei trat er eine Gewichtsklasse höher an (bis 65 kg). Das war natürlich eine Umstellung: „Ohne mein Team hätte ich das nicht geschafft. Die Vorbereitung war echt hart“, sagt er. Trainings in Pegnitz, Bayreuth und Nürnberg – alles nach seiner Arbeit – verlangten ihm alles ab. Vor allem Willen. Aber auch die Finanzierung für die Reise in die Türkei musste er organisieren. Dafür hatte er am Ende zwei Sponsoren.

Der Weltmeister-Titel ist sein Lohn. „Ich kann es selbst noch nicht ganz glauben.“ Für seinen Gegner hat er nach dem brutalen Schlag Mitgefühl. „Das hat mir kurz leid getan“, sagt Mohammadi. Er selbst verletzte sich auch, am Oberschenkel und an den Zehen. Laufen kann er momentan nicht gut. Doch das gehöre nun mal dazu. Thaiboxen, traditionell Muay Thai genannt, ist in Deutschland eine Nischensportart.

Am meisten freut sich Mohammadi darüber, dass er den WM-Titel in seine neue Heimat Deutschland holen konnte. Vor sieben Jahren ist der gebürtige Afghane nach Oberfranken gekommen und hat sich hier im wahrsten Sinne des Wortes durchgeboxt. Er ist sehr dankbar für die Unterstützung, die er erfahren hat. Abgeschlossene Ausbildung, sicherer Wohnort. Jetzt steht er auf eigenen Beinen – und will dem Land etwas zurückgegeben. „Ich habe Deutschland sehr stolz repräsentiert.“ Er lacht, dann wird er aber kurz wehmütig. Er denkt an Afghanistan, und dass er seine alte Heimat, in der noch seine ganze Familie wohnt, nie bei einem Wettkampf vertreten wird. „Das macht mich auch ein bisschen traurig.“ Nabi Mohammadi hat nun große Ziele. Er hat die Olympischen Spiel im Auge: „Dafür werde ich alles geben.“

 

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