Mysteriöse Aufkleber Querdenker kapern „Coburg ist bunt“

In der Stadt und im Netz tauchen seit Kurzem Sticker mit kruden Botschaften auf. Die tatsächlichen Urheber verbreiten ihre Inhalte unter falscher Flagge.

Coburg - „Medienframing spaltet die Menschen“ – so verkündet es ein viereckiger, etwa bierdeckelgroßer Aufkleber, der am Donnerstagmorgen am Eingang der Neuen Presse im Steinweg pappt. Am Kopfende die verheißungsvolle Losung: „Die Wahrheit für alle“. Dazwischen prangt in fetten weißen Lettern: „Wir sind bunt: Coburg Stadt und Land!“ Freilich stammt die Botschaft nicht vom gleichnamigen Netzwerk für Menschenrechte und Demokratie; obwohl auch das Design des Stickers dessen Regenbogenaufmachung stark ähnelt.

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Ein Organisator des Netzwerks, das kürzlich seine sogenannte Coburger Erklärung präsentiert hat anlässlich der montäglichen Demonstrationen gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen (wir berichteten), bestätigt dies auf Anfrage unserer Zeitung. Die Aufkleber seien bekannt, einige seien beispielsweise auf der neuen Stele vor dem Rathaus aufgetaucht. Die Bildchen kursieren zudem im Netz. Wobei verschiedene Versionen existieren. Eine titelt etwa: „Coburg spalten“, darunter ist zu lesen: „Ist der Befehl aus München“. Eine andere: „Respekt für Impfopfer“, gefolgt von: „Solidarität für alle“.

„Feige und perfide“

Man habe den Fall geprüft, jedoch festgestellt, gegen die Sticker juristisch kaum vorgehen zu können, heißt es aus dem Netzwerk für Menschenrechte und Demokratie. Das einfache Regenbogendesign sei markenrechtlich nicht zu schützen. Eine Meinung zu der Kaperung mutmaßlich durch Teile der Quederdenkerbewegung hat der fragliche Organisator aber allemal: „Es ist feige und perfide.“

„Framing“ bedeutet laut Duden die Einbettung eines Themas in einen subjektiven Deutungsrahmen durch einen Medienproduzenten – oder: -konsumenten.