Nach 415 Jahren Erstmals eine Frau als Direktorin am Casi

Peter Tischer

Mitte Februar übernimmt Ursula Kick-Bernklau die Leitung des Humanistischen Gymnasiums. Sie kommt vom Neustadter Arnold-Gymnasium. „Eine wunderbare Zeit“, wie sie sagt.

Ursula Kick-Bernklau zeigt die bisherigen Direktoren des Arnold-Gymnasiums auf. Ihr Name wird als erste Frau an der Spitze der Einrichtung einen festen Platz haben. Foto: Peter Tischer

Coburg/Neustadt - 415 Jahre dauerte es am Casimirianum, immerhin noch 107 am Arnold-Gymnasium, bis eine Frau die Leitung der Einrichtungen übernahm: Ursula Kick-Bernklau geht als erste Frau an der Spitze der beiden Gymnasien in deren Annalen ein. Im August 2016 übernahm sie die Leitung des Neustadter Gymnasiums, nun ist ihr die Leitung des Casimirianums übertragen worden, Dienstantritt wird der 13. Februar sein. „Es ist keine Entscheidung gegen das Arnold-Gymnasium, sondern für das Casimirianum“, begründet Ursula Kick-Bernklau den Wechsel. Sie verlässt das Arnold-Gymnasium nach viereinhalb Jahren zum Zwischenzeugnis und wird Chefin am ältesten Gymnasium in der Vestestadt. Sie tritt damit dort die Nachfolge von Burkhard Spachmann an. Er war bereits zum 30. September aus gesundheitlichen Gründen aus dem Schuldienst ausgeschieden.

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Zurück zu den Wurzeln heißt es dagegen für die erfahrene Pädagogin, die bis 2016 am Casimirianum schon fünf Jahre lang als stellvertretende Leiterin gewirkt hatte. Sie hat an der Universität Regensburg und an der University of Kent at Canterbury in England studiert. Ihre Referendarzeit hat sie in München und Garmisch-Partenkirchen absolviert. Nach einer Zwischenstation am Kaspar-Zeuß-Gymnasium Kronach kam sie 1992 ans Casimirianum. „Insgesamt war ich 24 Jahre am Casi“, zeigt Kick-Bernklau auf, „wo ich unter anderem als Verbindungslehrerin, Fachbetreuerin und Personalrätin tätig war.“ Diese Verbundenheit zum Casimirianum war es letztlich, die „mich nach allen Abwägungen zu dieser Bewerbung und letztlich zum Zuschlag geführt haben“, ergänzt sie. „Auch meine beiden Söhne machten am Casi ihr Abitur.“ 900 Meter hat sie künftig dann zur ihrer Schule, an der sie noch sieben Jahre wirken kann. „Letztlich war es die Summe aller Umstände, das Gesamtpaket, das mich zu diesem Entschluss führte“, unterstreicht sie. „Aber ich hatte viereinhalb wunderbare Jahre am Arnold-Gymnasium.“ Sie dankt dazu Schülern wie Lehrkräften, aber auch dem Landkreis als Träger und der Stadt Neustadt für die Unterstützung. „Wir waren ein tolles Team“, fasst sie zusammen.

Dass sie sich gegen ein breites Bewerberfeld durchgesetzt hat, „hat laut Ministerium nichts damit zu tun, dass ich schon 24 Jahre am Casi tätig war, wohl aber, dass ich mit dem Arnold-Gymnasium schon mehrere Jahre eine solche Einrichtung leite“. Führungs- und Organisationskompetenz waren also gefragt – und die bringt Kick-Bernklau natürlich reichlich mit. Am Casi warten freilich derweil neue Herausforderungen: „Dort gibt es eine Einführungsklasse, sodass wir 2025 ein Abitur haben werden. Zudem geht es als digitale Schule einen guten Weg.“

Kick-Bernklau wird am 12. Februar noch die Zwischenzeugnisse am Arnold-Gymnasium ausgeben, ab 13. Februar ist dann Dienstantritt in Coburg. Das Casimirianum hat derzeit rund 500 Schülerinnen und Schüler , am Arnold-Gymnasium sind es 600.