Nach dem Pfingstkongress Enttäuschung bei Coburger Bratwurstbratern

Am Marktplatz sollen künftig nur noch Bratwürste verkauft werden dürfen, die nach original Coburger Rezept hergestellt worden sind – auch beim Pfingstkongress des Coburger Convents. Foto: Frank Wunderatsch/Neue Presse Coburg

Obfrau Claudia Hartan nimmt Stellung zu den Vorgängen beim Pfingstkongress. Dabei geht es nicht nur um die Wurst.

Die Betreiber der Bratwurstbuden auf dem Coburger Marktplatz sind enttäuscht darüber, wie mit ihnen während des Pfingstkongresses des Coburger Convents (CC) umgegangen worden ist. Sie seien nicht informiert worden, wer vom CC für die Verköstigung der Gäste im Herzen der Vestestadt während der fünf Veranstaltungstage verpflichtet wurde. Zudem seien die Toiletten im Stadthaus bereits um 18.30 Uhr geschlossen worden, kritisierte Claudia Hartan, Obfrau der Coburger Bratwurstbrater, am Mittwoch.

Am vergangenen Freitag seien, „ohne uns in Kenntnis zu setzen“, am Marktplatz Stände aufgefahren und ortsfremde „fränkische“ Würste verkauft worden (die NP berichtete). „Aus lauter Frust habe ich um 21.37 Uhr meinen Stand geschlossen“, so Claudia Hartan – auch, weil die Toiletten im Stadthaus schon frühzeitig nicht mehr zugänglich gewesen seien. Dabei sei es eine Auflage der Stadt, „dass wir, wenn wir am Marktplatz braten, die Toiletten im Stadthaus benutzen können und müssen. Daran halte ich mich.“ Sie könne nicht verstehen, dass diese Vorgabe, dass WCs vorzuhalten sind, an Pfingsten nicht für das Personal des Schankwagens und der anderen Stände gegolten habe, die bis in den späten Abend hinein betrieben wurden.

Ein weiterer Kritikpunkt: Die Bratwurstbuden, die das Jahr über am Marktplatz stehen, müssen mit Fettfiltern ausgerüstet sein. Bei den über das Pfingstwochenende zusätzlich aufgestellten Ständen sei dies nicht der Fall gewesen.

Claudia Hartan beklagt, die Bratwurstbrater seien im Vorfeld des Kongresses nicht darüber informiert worden, dass am Marktplatz fremde Stände aufgestellt werden „Wir sind aus allen Wolken gefallen, als wir das mitbekommen haben, das ist total unglücklich gelaufen.“

Vom Coburger Convent habe niemand mit ihr als Verantwortliche der Bratwurstbrater gesprochen, wie die Verköstigung am Pfingstwochenende geregelt werden soll. Festgelegt sei nur, dass am Tag des Marktfestes – dem Dienstag – der CC die alleinige Hoheit darüber habe, wer die Versorgung der Gäste mit Speisen übernimmt. Für alle anderen Pfingsttage gelte dies nicht. Deshalb habe auch ein Coburger Metzger erfolgreich darauf bestanden, dass er seine Würste am Montag am Marktplatz anbieten konnte. Personalprobleme hätten die Brater nicht gehabt.

Grundsätzlich fühle man sich von den CC-Organisatoren im Stich gelassen. Das sei in den vergangenen 22 Jahren, in denen die Obfrau den Pfingstkongress begleitet habe, nicht der Fall gewesen, „wir waren immer da“. Für die Zukunft hofft Claudia Hartan, dass die Coburger Bratwurstbrater beim CC-Pfingstkongress wieder zum Zuge kommen. Im Ordnungsamt der Stadt sei ihr versichert worden, dass künftig in die Genehmigung für die Verköstigung der Passus aufgenommen wird, dass nur original Coburger Bratwürste von Metzgern angeboten werden dürfen, die diese auch sonst am Marktplatz anbieten. Würste „fränkischer Herkunft“, wie an den Pfingstfeiertagen geschehen, sollen an diesem historischen Ort im Herzen Coburgs nicht mehr verkauft werden dürfen.

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