Nach der Impfung Altenheime in und um Coburg atmen auf

Ärmel hoch, ein Piks – und schon ist es geschafft. Foto: /Ronny Hartmann/dpa

Das Ausbruchsgeschehen hat sich laut Gesundheitsamtsleiterin Gradl „deutlich verbessert“. Derweil gibt es eine Antwort auf die Frage, wie in Witzmannsberg mit übrigem Impfstoff umgegangen wird.

Coburg - Das Ausbruchsgeschehen in den Senioren- und Pflegeheimen in Coburg Stadt und Land hat sich „deutlich verbessert“, wie Gesundheitsamtsleiterin Dr. Roswitha Gradl auf Anfrage der Neuen Presse attestiert. Corinna Rösler, Pressesprecherin des Landratsamts, berichtet gar, dass es im Land derzeit nur je einen aktiven Fall von Corona in gerade einmal zwei Häusern gebe. „Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, die sicher auf die Impfungen zurückzuführen ist, aber auch auf die konsequenten und zweifelsohne leider auch einschneidenden Maßnahmen“, so Rösler. Zur Einordnung der veränderten Situation: Allein zwischen dem 1. Dezember und 15. Januar kamen von 109 Covid-19-Toten in Stadt und Land 105 aus Altenheimen.

Derweil liegt der NP ein Dokument vor, welches zeigt, dass für die Stadt und den Landkreis Coburg eine konkrete Vorgabe existiert, wie mit Impfstoff, der kurz vor dem Ablauf steht oder übrig ist, verfahren werden soll. In diesem heißt es, dass „bei sehr engem Zeitfenster“ betreuende oder pflegende Begleitpersonen von Menschen, die sich im Impfzentrum Witzmannsberg gegen das Coronavirus immunisieren lassen wollen, geimpft werden können. Alternativ sollen die ärztliche oder die Verwaltungsleitung mit „zeitnah verfügbaren Personen, im Bedarfsfall ohne Berücksichtigung der Priorisierungsreihung“, Kontakt aufnehmen und erfragen, ob sie sich impfen lassen wollen. In der Anleitung wird erst anschließend das Impfpersonal selbst als gleichrangige Alternative aufgelistet.

Keine einzige Dosis verworfen

Allerdings führt die Vorgabe als vorrangige Optionen Senioren- und Pflegeheime auf – je nach Einsatzbereitschaft mobiler Teams –, „Rückfallgruppen“ wie Polizisten oder Rettungssanitäter, Risikopatienten sowie zu bevorzugende Impfwillige, deren Kontakte vorliegen („bei engem Zeitfenster“). Anders verhält es sich bei mobilen Teams, die eine „nichttransportable Entnahmemenge“ übrighaben. In so einem Fall soll der Impfarzt „ihm verfügbare Kontaktdaten“ nutzen – dies wiederum „im Bedarfsfall ohne Berücksichtigung der Priorisierungsreihung“. Der Piks erfolgt dann direkt im Einsatzfahrzeug.

Im Impfzentrum Witzmannsberg ist bislang ausschließlich das Präparat von BioNTech/Pfizer zum Einsatz gekommen, die aktuelle Vorgabe bezieht sich also explizit auf den Umgang mit dem äußerst temperaturempfindlichen Vakzin. Ein Fläschchen muss nach der Entnahme aus der Kühlung innerhalb von zwei Stunden verimpft werden, sobald es in einer Spritze aufgezogen ist innerhalb von 60 Minuten. Nach Angaben des gemeinsamen Impfzentrums wurde in Stadt und Landkreis Coburg noch keine einzige Dosis des zur Verfügung gestellten Impfstoffs verworfen.

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