Die Freude ist auf einen Schlag der Fassungslosigkeit gewichen in der evangelischen Kirchengemeinde Schwarzach-Willmersreuth-Gärtenroth. Ihr Pfarrer hat sich in sechs Fällen des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und Kindern schuldig gemacht. Der Artikel unserer Zeitung über das Urteil des Kulmbacher Schöffengerichts ist eingeschlagen wie eine Bombe. Man wusste, dass der Pfarrer sein Amt derzeit nicht ausüben darf. Aber der Grund? Der sei für alle in Dunklen geblieben, wird an allen Ecken und Enden betont. Selbst im Kirchenvorstand habe man nichts Näheres gewusst, heißt es. Es sei darüber spekuliert worden, ob der 35 Jahre alte Geistliche vielleicht in die Gemeindekasse gegriffen habe. Ein Mitglied der Gemeinde sagte unserer Redaktion gegenüber sogar, man habe sich überlegt, ob aus dem Südamerika-Urlaub, von dem der Pfarrer kurz vor seiner Suspendierung im Sommer zurückgekehrt war, vielleicht ein „Päckchen Kokain“ mit ins Land gebracht worden war. „Aber so etwas? Das ist doch undenkbar! Wir hatten nicht die leiseste Ahnung“, sagt einer aus der kleinen Ortschaft. Undenkbar mag es sein. Gleichzeitig ist es aber wahr. Ihr Pfarrer hat sich sexuell an einem Kind vergangen. Er hat gestanden und das Urteil, das am Mittwoch gesprochen wurde, akzeptiert.