«Es ist ein Experiment, das zu Diskussionen anregen soll», sagt Sebastian von Gehren von der Landeskirche. Wer sich von dem Roboter segnen lassen möchte, kann wählen: sieben Sprachen (darunter auch Hessisch), Männer- oder Frauenstimme und 31 Segenssprüche aus vier Kategorien. «Welchen Segen möchten Sie?», fragt der Roboter. Zum Schluss lässt sich der Spruch ausdrucken und mit nach Hause nehmen.
Die Installation für die Weltausstellung Reformation in der Wittenberger Altstadt nennt sich «BlessU-2». Sie besteht aus einer Blechkiste mit Monitor zum Berühren, an der Seite zwei Arme, oben ein Kopf mit Augen und einem digitalen Mund. Man habe sich bewusst gegen ein typisch menschliches Aussehen entschieden, sagt von Gehren.
Die Reaktionen auf den Roboter fielen höchst unterschiedlich aus. «Die eine Hälfte findet das toll, die andere kann sich Segen durch eine Maschine gar nicht vorstellen.» Besonders Menschen, die sonst wenig mit der Kirche zu tun haben, hätten Gefallen an dem Roboter gefunden. «Manche Wittenberger kommen jetzt jeden Tag morgens und abends.»
Von Gehren betont: «Die Maschine soll nicht den Segen durch einen Pfarrer ersetzen.» Auch verkauft werden solle das Gerät nicht. «Es wird in Zukunft nicht in jeder Kirche ein Segnungsroboter stehen.» dpa
Nachbar-Regionen Segnungsroboter fragt: "Welchen Segen möchten Sie?"
Redaktion 28.05.2017 - 11:40 Uhr