Nachruf „Flotter Geist“ an der Geige

Vielseitig aktiver Musiker: Jiri Preisinger. Foto: /NP-Archiv

Mit seiner Violine hat Jiri Preisinger viele Menschen erfreut. Im Alter von 72 Jahren ist der leidenschaftliche Musiker gestorben.

Coburg / Brünn - Mit seiner Geige hat er jahrzehntelang Menschen Freude bereitet und dank seines Unternehmungsgeists Vieles bewirkt: Jiri Preisinger, ehemaliger Konzertmeister am Landestheater Coburg ist vor einigen Wochen im 73. Lebensjahr in seiner Heimatstadt Brünn verstorben. Nach dem Violinstudium und Engagements in der dortigen Philharmonie und im Nationaltheater Pressburg kam er 1976 nach Coburg. Neben dem Orchesterdienst hat er als Geigenlehrer in vielen Familien die Liebe zur Musik geweckt. Mit eigener Musikagentur gelang es ihm, namhafte Künstler aus Tschechien zu Gastspielen nach Oberfranken zu holen. Daneben eröffnete er Musikgeschäfte in Coburg, Prag und Brünn. Die Gründungen von Johann Strauß-Gesellschaften in Tschechien und der Slowakei gehen im Wesentlichen auf seine Anregung zurück.

Preisinger, der auch bei Konzertreisen befreundeter Orchester nach China und Japan mitwirkte, fand in dem von Kapellmeister Hans Stähli geleiteten Ensemble „Die flotten Geister“ als Konzertmeister dankbare Aufgaben, zumal es neben der gehobenen leichten Muse vor allem die Werke der Familie Strauß und deren Zeitgenossen pflegte.

Von einem schweren Autounfall ließ sich der Musiker nicht entmutigen; er trainierte mit der schwer verletzten Hand ein Jahr lang und meisterte mit langjährigen Kollegen noch viele Programme mit geistlicher Musik oder Operettenmelodien.

Die Geige war sein Leben: Noch im Hinübergehen beugte Jiri Preisinger seinen linken Arm und bewegte die Finger auf dem imaginären Instrument.

 

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