Neue Angebote in Coburg Mit Hilfe des Sports Barrieren überwinden

Norbert Klüglein

Die Stadt Coburg, der TV 48 und der Vitalsportverein präsentieren Kurse für Menschen mit und ohne Behinderung. In einem Internetportal gibt es schonmehr als 40 Angebote.

Der TV 48 Coburg hat eine sehr aktive Rollstuhl-Basketballgruppe. Foto: TV 48 Coburg

Coburg - Unter den Bedingungen der Corona-Pandemie Sport zu treiben ist schon schwierig genug. Für Menschen mit Handycap ist es noch viel problematischer jetzt, wo Hallen geschlossen und viele Vereine im „Winterschlaf“ sind, den richtigen Partner für die körperliche Ertüchtigung zu finden.

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Die Stadt Coburg, der TV 48 und der Vitalsportverein Coburg wollen helfen. Sie haben sich zusammengeschlossen, um „den Coburgern ein Sportangebot für alle zu unterbreiten“, wie Stadtsprecherin Katja Diedler am Mittwoch bei der Präsentation des Programms sagte.

Auf der Homepage der Stadt Coburg unter dem Portal www.coburg/sportfueralle.de finden Interessierte im Moment knapp 40 Angebote zum „Schnuppern“. Die sportlichen Aktivitäten sind so zugeschnitten, dass sie sowohl von körperlich wie geistig behinderten Menschen ausgeübt werden können und natürlich auch für alle andere Interessierte zur Verfügung stehen.

„Unser Motto heißt: ‚Mach mit’“, erläuterte Thomas Nowak, der 3. Bürgermeister der Stadt Coburg, zum Start der Aktion. „Wir wollen damit den Gedanken der Inklusion auf dem Gebiet des Breitensports voran treiben.“ Nowak freute sich, dass TV 48 und Vitalsportverein Vorreiter auf diesem Gebiet sind und forderte andere Vereine auf, sich an der Aktion zu beteiligen. „Wer Angebote hat, kann die unter info@coburg.de der Stadt melden und wir werden sie auf unserer Homepage veröffentlichen“, steuerte Katja Diedler bei.

Astrid Hess, die Vorsitzende des TV 48, ist selbst ausgebildeter Integrationscoach und versucht bereits seit einiger Zeit die Sportangebote ihres Vereins für Behinderte zu öffnen. So wurde beispielsweise eine Rollstuhl-Basketballgruppe gegründet, die bis zur Schließung der Sporthallen regelmäßig trainiert hat. „Es geht mir aber auch darum, dass die Menschen der Zugang zum Sport erleichtert wird, die nicht zum üblichen Klientel gehören“, betonte Hess. Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien beispielsweise, Geflüchtete, Migranten oder Menschen, deren religiöse Überzeugung besondere Anforderungen an die Ausübung von Sport stellen, wie etwa moslemische Frauen. Um auch unter den schwierigen Bedingungen der Pandemie ein Mindestmaß an Sportangeboten aufrecht zu erhalten, hat der TV 48 viele Bewegungseinheiten nach draußen verlegt. So etwa Pilates und Work-out für Trainierte, die nun im Rosengarten des Hofgartens stattfinden, oder Kinderturnen, Leichtathletik oder Rugby. Bei Kindern besonders beliebt sei, wie Astrid Hess erzählte, „Fußball macht Spaß“, bei dem es mehr ums Gemeinschaftserlebnis als um Punktspiele geht. Aber auch „Ninja Warriors“, eine Mischung aus Kraft, Präzision, Körpergefühl und Akrobatik sowie „Hobby Horsing“ kämen an. Das ist der kunstvolle Umgang mit einem Steckenpferd, wobei die Regeln des echt Reitsports weitgehend eingehalten werden sollen.

Der Schwerpunkt des Vitalsportvereins, der 2003 aus dem ehemaligen Versehrtensportverein hervorgegangen ist, liegt auf dem Reha-Sport sowie Breitensport-Angeboten für ältere oder gesundheitlich vorgeschädigte Menschen. Das erläuterte Vorsitzende Ursula Hegendörfer. Auch die Vitalsportler, bei denen Personen mit Handycap jederzeit willkommen sind, haben alles was geht, unter freien Himmel verlagert. Dabei arbeitet man mit dem TV 48 zusammen, dessen Sportplatz immer montags von 17 bis 19 Uhr genutzt werden kann.

Einer, der als Teilnehmer angefangen hat und heute Coach für Rollstuhl-Basketball ist, ist Tobias Müller. In seiner Sportart durchaus ehrgeizig, will er aber die Hürden fürs Mitmachen bewusst niedrig hängen: „Wir machen uns im Vitalsportverein keinen Leistungsdruck“, sagt er. Man treffe sich auf Freude am Sport, dem gemeinsamen Aktiv sein und dem freundschaftlichen Austausch. „Interessenten sind jeder willkommen.“

Die Sportmöglichkeiten, die unter dem Portal www.coburg/sportfueralle.de zusammengefasst sind, werden generell kostenlos angeboten, erfordern keine Mitgliedschaft in einem der Vereine und sind offen für Menschen mit und ohne Handycap.