Neue Coronaregeln Arztpraxen kritisieren 2GPlus-Regel für Personal

Ab sofort gilt auch für Personal in Hausarztpraxen die 2GPlus-Regel. Somit muss sich auch geimpftes Personal künftig regelmäßig testen. Foto: dpa/Stephan Jansen

Ab sofort muss sich auch geimpftes Personal von Arztpraxen regelmäßig testen. Dies bedeutet auch hohen finanziellen Mehraufwand

Coburg - Seit dem gestrigen Mittwoch gilt in den bayerischen Arztpraxen für Personal die 2GPlus-Regel. Das bedeutet, das auch geimpfte Mitarbeiter regelmäßig getestet werden müssen. Das bestätigte der Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB), Axel Heise auf NP-Anfrage. Betroffen von der Regelung seien Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser als besonders sensible Bereiche, erläuterte er. Noch offen sei bisher, was für Begleitpersonen – beispielsweise in Kinderarztpraxen – gelte. „Das ist in der Verordnung nicht sauber geregelt und daher noch in Abklärung“, so Axel Heise.

Völlig überraschend sei die Regelung für Dr. Hans-Günther Kirchberg, den Vorsitzenden des ärztlichen Kreisverbandes Coburg, gekommen. Erfahren habe er davon erst am Mittwochmorgen – und sei daher noch etwas überrumpelt. „Das heißt dass sich jetzt auch geimpftes Personal jeden Tag testen muss“, fasst er zusammen und fügt hinzu: „Aber bezahlt werden nur zehn Tests pro Monat. Den Rest muss die Praxis selbst bezahlen.“ Für den Nachfolger in seiner ehemaligen Hausarztpraxis bedeute das tägliche Kosten in Höhe von mindestens 90 Euro. „Wenn es der Arzt schafft und die Tests für 15 Euro das Stück bekommt.“

Seiner Ansicht nach führe diese neue Regelung eventuell sogar dazu, dass manche Praxen ihren ohnehin anstehenden Weihnachts- und Silvesterurlaub ausweiten. „Das ist meine persönliche Vermutung, aber das kann ich mir durchaus vorstellen“, meint Dr. Hans-Günther Kirchberg. Auch Ullrich Zuber, Vorsitzender des Coburger Hausarztvereins, stimmt zu und gibt zu bedenken: „Das bedeutet für die Praxen einen extremen Mehraufwand.“ Insgesamt fühle er sich durch die ständigen Änderungen wie beim Ping Pong. „Wir wissen ja nie was nächste Woche kommt“, meint er.

Autor

 

Bilder