Neue Lehrer für die Haßberge Freude über die „zweite Einschulung“

Diese jungen Neupädagogien (Bild oben) verrichten ihren Dienst für die nächsten zwei Jahre in einer der Grundschulen; hier mit (hintere Reihe von links)Personalratsvorsitzenden Matthias Weinberger, Schulamtsdirektorin Susanne Vodde, Landrat Wilhelm Schneider, die Leiterin des Schulamtes Schulamtes Claudia Schmidt sowie Seminarrektorin Pia Rückert. Foto: /Günther Geiling

Keine Schultüten, dafür strahlende Gesichter und viel Motivation fand Schulamtsdirektorin Claudia Schmitt bei der Begrüßung der neuen Lehrer für den Landkreis vor. Erfreut zeigte sich auch Landrat Wilhelm Schneider.

Kreis Haßberge - „Es ist alljährlich ein von beiden Seiten mit Spannung erwarteter Augenblick, den pädagogischen Nachwuchs der Öffentlichkeit vorstellen zu dürfen. Wir gratulieren ihnen zum Bestehen der ersten Lehramtsprüfung und möchten mit ihnen den zweiten wichtigen Schritt ihres beruflichen Werdegangs als Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter beschreiten. Für uns bedeuten sie auch eine Transfusion an frischem pädagogischen Blut.“ Dies betonte Schulamtsdirektorin Claudia Schmitt bei der Vorstellung und Vereidigung von vierzehn Frauen und zwei Männern bei der feierlichen Einführung im Sitzungssaal im Landratsamt.

Die Schulamtsdirektorin zeigte sich zu Beginn verwundert, dass die neuen Lehrkräfte ohne Schultüte vor ihr stünden. „Findet doch heute quasi ihre zweite Einschulung statt, nur nicht mehr aufseiten der Schülerschaft, sondern gleichsam auf der anderen Seite des Lehrkörpers. Die Spannung auf ihr neues Berufsfeld mit herausfordernden Regeln in der Pandemie wird nicht minder groß sein als damals, als sie erstmals mit Zahnlücken ein Schulgebäude betreten haben.“

Acht Wochenstunden werden diese bisherigen Lehramtsstudentinnen und -studenten nun in eigener Verantwortung halten und sie werden schon zu Beginn ihrer Tätigkeit vielfältige Erfahrungen gewinnen. „Kinder werden sie und ihre Grenzziehung austesten, verhaltensauffällige Kinder werden sie fordern und Eltern ihnen auch kritisch begegnen. Und doch haben sie einen der schönsten Berufe gewählt, die man ergreifen kann.“

Die Jungen Lehrerinnen und Lehrer stellten sich dann mit ihren Fächerverbindungen vor, die sie in der Ausbildung an der Universität genossen hatten und gaben dabei auch einen interessanten Einblick, wie es zu ihrer Berufswahl gekommen ist. Interessant, dass unter den 16 neuen Pädagogen doch zwei Männer waren. Einer davon ist Patrick Silberhorn aus Würzburg, der sich für die Ausbildung für die „Mittelschule“ entschieden hat. Er hatte zuvor schon Geografie studiert und dann in der Ausbildung gespürt, dass ihm der Umgang mit jungen Menschen mehr liegt als ein Bürojob. Dies sei ihm auch bei Beschäftigungen in der Diakonie und im Bereich von Förderschulen in Würzburg bewusst geworden.

Julian Schmitt aus Hofheim meinte, dass er schon immer Lehrer werden wollte und das könne man sogar in seinem Poesiealbum nachlesen. Die jungen Frauen führten die verschiedensten Beweggründe an. Diese reichten vom eindrucksvollen Praktikum in Kindergarten und Schule, ein Gespür im Umgang mit Kindern, über die Begleitung der Schüler ins Leben bis hin zum Ausspruch „meine Berufswahl erfolgte aus Begeisterung. Lehrersein ist für mich keine Arbeit, sondern Berufung“.

Claudia Schmidt versicherte den jungen Lehramtsanwärtern, dass sie aus vielen Momenten und Begegnungen berufliche Zufriedenheit ziehen könnten, in denen sie verspürten, dass Kinder erfolgreich lernen, sich entwickeln, sich in der Schule wohlfühlen sowie den Weg hinaus ins Leben wagten.

Aber auch von ihnen selbst werde bald ständige Veränderungsbereitschaft, Anpassungsfähigkeit an neuen Entwicklungen gefordert, auch die Bedeutung von Fortbildung und kollegialem Gespräch müsse jedem bewusst sein. „Wir möchten sie ermuntern, auch gegen gelegentlichen Widerstand ihre Ideen aus ihrer universitären Ausbildung in die Praxis einzuführen und auszuprobieren. Reißen sie nur nicht alle Bäume aus, nur um zu sehen, ob Wurzeln daran sind. Es ist eben immer das rechte Maß, das es zu beachten gilt.“

Sicherlich wollten alle gute Lehrer werden und dazu gab sie auch ein paar Tipps mit auf den Weg. „Ein guter Lehrer sollte einladen, Mut machen und inspirieren können. Dies ist allerdings nur möglich, wenn der Lehrer seine Schüler mag und wenn er von den Lehrinhalten seiner Fächer begeistert ist. Entscheidend für den Erfolg ist auch eine Schulatmosphäre, in der Achtsamkeit, Verständnis und Unterstützung vorherrschen. Der Weg muss weg gehen vom Bewerten hin zur Wertschätzung. Junge Menschen sind von Natur aus aufgeschlossen. Wir Lehrer dürfen sie nur nicht wieder zuschließen.“.

Der rechtliche Leiter des Staatlichen Schulamtes, Landrat Wilhelm Schneider, gab seiner Freude Ausdruck, dass neun Anwärterinnen und Anwärter in ihrem Heimatlandkreis ihren Vorbereitungsdienst beginnen können und die übrigen aus den benachbarten Landkreisen Schweinfurt, Würzburg und Coburg kämen. Er stellte dann den Landkreis Haßberge mit seinen Vorzügen mit Natur, aber auch den Möglichkeiten zur Freizeitbeschäftigung vor.

Der Landkreis Haßberge habe aber auch viel in die Bildung investiert und habe dafür vor sechs Jahren das Qualitätssiegel als „Bildungsregion“ erhalten und seit April dürfe man sich zusätzlich noch „digitale Bildungsregion“ nennen. Es seien Auszeichnungen, die man sich aber immer wieder neu verdienen und weiterentwickeln müsse.

„Daraus können sie ersehen, dass wir für ihre zukünftige Arbeit vernünftige Rahmenbedingungen schaffen wollen. So hoffe ich nun zukünftig wieder auf Präsenzunterricht in den Schulen. So gut die Digitalisierung auch ist, sie ersetzt nie den Präsenzunterricht. Ich möchte sie aber auch ermutigen: Bringen sie sich ein mit ihren Ideen und neuen Sichtweisen!“

Personalratsvorsitzender Matthias Weinberger nannte die jungen Lehrkräfte eine Bereicherung für jede Schule. Sie seien ganz anders vernetzt und brächten frische Ideen und Aktivitäten in ihre Schulen und Klassen mit.

Im Seminar der Grundschul-Lehrkräfte mit Seminarrektorin Pia Rückert nehmen folgende Lehramtsanwärterinnnen und Lehramtsanwärter ihren Vorbereitungsdienst Dienst auf: Janina Abert, Haßfurt ( Dienstort GS Knetzgau); Katharina Anding, Ermershausen (GS Untermerzbach); Agnes Brünner, Ebern (GS Ebern); Chiara Dahms, Schweinfurt (GS Theres); Laura Köhler, Grettstadt (GS Rauhenebrach); Mareike Mühlbauer-Strätz, Zeil (GS Eltmann); Julian Schmitt, Bundorf (GS Maroldsweisach) und Ina Schön, Schweinfurt (GS Haßfurt). Im Seminar der Mittelschulen mit Seminarrektorin Nicole Maag sind: Rosanna Bedacht, Zeil (MS Zeil); Johanna Lang, Breitbrunn (MS Haßfurt); Katharina Lurz, Geldersheim (MS Maroldsweisach); Teresa Schneider, Sand (MS Ebern); Patrick Silberhorn, Würzburg (MS Hofheim) und Anna-Lena Wolf, Neubrunn (MS Eltmann).

Als Fachlehreranwärterin beginnt Franziska Faber, Coburg, ihren Dienst an der Mittelschule Haßfurt und als Förderlehreranwärterin nimmt Lena Herbig aus Schwebheim ihren Dienst an der MS Zeil auf.

Die 16 jungen Pädagogen nehmen nach ihrer Vereidigung und der Aushändigung der Ernennungsurkunde ihren zweijährigen Vorbereitungsdienst an verschiedenen Volksschulen des Landkreises Haßberge auf. Der Schulamtsbereich Haßberge ist deckungsgleich mit dem Landkreis und umfasst 23 Schulen. Davon sind 15 Grundschulen, acht Mittelschulen und eine freie Waldorfschule, an denen im Schuljahr 2021/22 rund 4 255 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden.

 

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