Neue Quarantäne-Regeln Kita-Schließung bei 20 Prozent Infektionen

Jürgen Umlauft

In Bayern wird es künftig auch in den Kindertagesstätten keine Kontaktnachverfolgungen bei Corona-Infektion geben. Gruppen müssen allerdings schließen, wenn es jedes fünfte Kind erwischt hat.

Sind mehr als 20 Prozent der Kinder mit Corona infiziert, werden in Bayern Gruppen in Kindertagesstätten geschlossen. Foto: picture alliance/dpa/Friso Gentsch

München - Die Staatsregierung hat auch für Kindertagesstätten geänderte Quarantäneregeln bekannt gegeben. Dort wird es ebenso wie in Schulen künftig nur noch in Ausnahmefällen eine Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter sowie Quarantäneanordnungen geben, teilte die zuständige bayerische Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) mit. Allerdings können Kita-Gruppen – anders als an den Schulen – bereits geschlossen werden, wenn ein Fünftel der Kinder positiv auf Corona getestet ist. An den Schulen liegt dieser Schwellenwert bei 50 Prozent.

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Trautner begründete die Differenzierung damit, dass Kita-Kinder keine Maske tragen müssten, kaum Mindestabstände einhalten könnten und nicht an festen Plätzen säßen. Ziel bleibe es, die Einrichtungen auch in der Omikron-Welle offen zu halten.

Im Falle eines Ausbruchs mit mehr als 20 Prozent infizierten Kindern ordnen nach den neuen Richtlinien der Träger oder die Kita-Leitung eine Schließung der betroffenen Gruppe für zunächst fünf Tage an. Die Schließung gilt ab dem Folgetag, heißt es dazu.

So soll nach Auskunft Trautners verhindert werden, dass die Kinder kurzfristig abgeholt werden müssen. Die Einrichtung weiter besuchen dürfen allerdings Kinder, die geimpft oder genesen sind, zum Beispiel in der Mittagsbetreuung. Automatische Quarantäneanordnungen entfallen, können im Einzelfall aber vom örtlichen Gesundheitsamt ausgesprochen werden.

Die Beschäftigten in den Kitas sind von den Schließungen im Regelfall nicht betroffen. Da diese Maske tragen und meist aufgrund ihres Impf- oder Genesenen-Status von der Quarantänepflicht ausgenommen sind, können sie auch bei einer Häufung von Infektionsfällen ihrer Tätigkeit weiter nachgehen, heißt es Trautners Mitteilung. Ihnen wird aber für fünf Wochentage ein täglicher Corona-Test empfohlen.

Bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist man „erschüttert über die Preisgabe jedes Schutzgedankens bei Kindern, deren Familien sowie den Beschäftigten“. Dort fordert man ein früheres Einschreiten im Fall von Corona-Infektionen. Angesichts der „völlig unzureichenden Testverfahren“ in den Kitas werde die Neuregelung unweigerlich dazu führen, dass Ausbrüche viel zu spät bemerkt und sich in der Omikron-Welle die Allermeisten infizieren werden, fürchtet die Bildungsgewerkschaft GEW.