Neuengrün „Tagtäglich für den Frieden einsetzen“

Michael Wunder

Bei der Friedenswallfahrt Neuengrün richtet Prediger Norbert Jung deutliche Worte an die Christen. Seine Botschaft ist aktueller denn je.

Im Einklang mit der Umwelt leben, ohne Gewalt und Aggression – das sei das Ziel der christlichen Menschen. „Man sollte sich deshalb tagtäglich für den Frieden einsetzen“, sagte Prediger Norbert Jung bei der Friedenswallfahrt in Neuengrün. Die Botschaft des Christentums finde oft keinen Platz in dieser Welt und es scheine so, „dass dieses Hinausdrängen der christlichen Botschaft aus unserer Welt in letzter Zeit stärker geworden ist“.

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Frieden beginne also nicht erst dann, wenn – um ein aktuelles Beispiel zu nennen – Putin seinen Angriffskrieg einstellt und die Waffen schweigen, „sondern er beginnt schon viel früher, in jedem Haus“. Gemeint sei jede Familie, jedes Herz des Einzelnen. „Bloßer politischer Frieden beinhaltet noch viel zu viel Aggression und Unzufriedenheit. Dabei werden die Schwächeren von den Mächtigeren unterdrückt. Von einem solchen Frieden geht Jesus nicht aus, sein Ansatz ist grundsätzlicher und tiefer gehend und daher letztlich auch Erfolg versprechender.“

Pater Jan Poja hatte nach dem Einzug die Anwesenden begrüßt. Die Soldatenkameradschaften hatten angeregt, den Gottesdienst wie zu Coronazeiten komplett vor der Kirche zu feiern, damit auch für Senioren Sitzmöglichkeiten angeboten werden können. Die Lichtermesse fand nicht mit dem kompletten Wortgottesdienst, sondern nur mit einem kurzen Gebet der Firmlinge statt.

Im Anschluss wurde die Friedensstandarte vom katholischen Seelsorgebereich Kronach an den Seelsorgebereich Frankenwald übergeben.