Da sitzt ein Mann mit ausdruckslosem Gesicht auf einem Stuhl. Hat den Kopf auf die Hände gestützt, guckt starr. Groß ist er auf Leinwand in der Aula des Coburger Gymnasiums Casimirianum projiziert, still ist es in dem Raum, in dem evangelische und katholische Schüler der zehnten Jahrgangsstufe gespannt auf die kommende und besondere Unterrichtsstunde warten. Nun folgt die Aufforderung von Religionslehrer Tobias Narr, sich auf das Kommende einzulassen und zu überlegen, wie es zu der Leinwand-Situation kommen konnte. Zu diesen Gedanken setzt die Geige ein, dynamisch, mit Schmerz und expressiv, spielt Martin Emmerich den Beginn von Bedřich Smetanas Klaviertrio in g-Moll, erklärt das Seufzermotiv, sowie dass statt der üblichen acht Takte nur sieben zu spielen seien und man sich damit als Musiker unwohl fühle. Die jungen Menschen werden gebeten, ihre Gefühle zu beschreiben, die Musik zu erklären und die Situation des Mannes zu erläutern.