Neunjährige Coburgerin im TV Ein Bild für die coole Königin

Meja zeigt, was sie ins Kondolenzbuch der Queen geschrieben und gemalt hat. Damit kommt sie nun ins Fernsehen. Foto: Louay Yassin/Louay Yassin

Im Coburger Kondolenzbuch für die Queen befindet sich ein besonderes Gemälde mit einem besonderen Text von Meja Enebog. Auch ein Kamerateam der ARD wird darauf aufmerksam und interviewt die Neunjährige für eine Sendung.

„Ich mag sie einfach, sie ist eine so nette und coole Königin, und sie hat den Kindern in Afrika geholfen und sogar an der Front im Zweiten Weltkrieg Autos repariert, das kann man sich gar nicht vorstellen.“ Die neunjährige Meja Enebog sprudelt über vor Begeisterung und erzählt strahlend von den Dokus, die sie über die kürzlich verstorbene Queen Elisabeth II gesehen hat und wird noch euphorischer, als sie berichtet, dass sie dieses Jahr in London war und die Salutschüsse zum 96. Geburtstag der Königin von der Tower Bridge aus verfolgt hat. „Und den Buckingham Palace haben wir natürlich angeschaut und den Tower mit den Kronjuwelen, es war toll“ schwärmt sie.

Als sie vom Tod der Monarchin und dem ausliegenden Kondolenzbuch im Rathaus der Stadt Coburg erfährt, beschließt sie, „der Königin ein Bild zu malen.“ Dieses gelingt wunderbar, obwohl Meja es ganz freihändig nach einem Foto abgezeichnet hat. „Das Talent hat sie eindeutig vom Papa (dem in Schweden geborenen Maler Gustaf Enebog) geerbt“, erklärt Mutter Barbara lachend, die dann der Meinung ist, zu einem Gemälde gehöre auch ein Text. Da Meja, wie auch ihre Schwester Luzie, dreisprachig mit Deutsch, Englisch und Schwedisch aufwächst, fällt es ihr nicht schwer, Abschiedsworte in der Muttersprache der Verstorbenen zu verfassen. Sie sei eine gute Königin gewesen, ist da unter anderem zu lesen, und dass es Mejas größter Wunsch sei, sie wäre noch am Leben.

Letzteres ist leider nicht erfüllbar, doch im Rathaus erblickte Meja ein Kamerateam und dachte sich spontan: „Wow, würde ich mal gerne im Fernsehen sein.“ Und tatsächlich! Sie wurde von dem ARD-Korrespondenten Stefan Fricke auf ihr Bild, das die Queen elegant auf einer Bank mit majestätischer Krone und einem ihrer Hunde zeigt, angesprochen und dann auch für das ARD Magazin „Brisant“ interviewt. „Meine Stimme hat richtig gezittert, und ich war ganz dolle aufgeregt“, erzählt sie, „weil es ja schließlich mit der größte Sender in Deutschland ist.“ Aber stolz sei sie dann doch gewesen. So wie die Mama, die ein paar Tage später immer noch erstaunt darüber ist, wie souverän und sicher ihre Tochter wirkte.

• Die ursprünglich für vergangenen Sonntag geplante Ausstrahlung des Interviews im Rahmen von „Brisant“ hat sich laut ARD verschoben, soll aber noch diese Woche erfolgen.

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