Neustadt - Eine mysteriöse Geschichte ist es, die das Püppchen da mit sich trägt. Jahrhundertelang lag es unentdeckt im Dornröschenschlaf, um dann - noch mit dem Staub des 18. Jahrhunderts bedeckt - in den 1970er-Jahren wieder entdeckt zu werden. Es war der pure Zufall: In einem Abbruchhaus fanden Arbeiter zwei Holzkisten, eingelassen in einen Hohlraum unterhalb des Fußbodens. Zwei Puppen, je 65 Zentimeter groß, schlummerten darin. Udo Leidner-Haber, der Leiter des Museums der Deutschen Spielzeugindustrie in Neustadt, sagt heute: "Alles an diesen Puppen ist rätselhaft." Gerade deshalb gehören sie zu den Stücken, die eine besondere Faszination auf den Kunsthistoriker ausüben. "Da kommen ja gleich mehrere Sachen zusammen", erklärt er. Das ungewöhnliche Erscheinungsbild, der exquisite Erhaltungszustand und der Umstand, dass die Puppe das älteste Exponat im Museumsbestand ist. "Und natürlich die geheimnisumwitterte Geschichte, die dahinter steckt." Aber die, da ist sich Udo Leidner-Haber sicher, wird sich nie vollständig auflösen lassen.