Neustadt Ein Neubau für die Kleinen

So stellen sich die Planer den Eingangsbereich zu der neuen Kindertagesstätte im Stadtteil Ketschenbach vor. Repro: Mathes Quelle: Unbekannt

Der Stadtrat hat grünes Licht für ein neues Kindergarten-Gebäude in Ketschenbach gegeben. Die Kosten für das Projekt schätzt man auf knapp 2,4 Millionen Euro.

Neustadt - Bei der Summe von 2,4 Millionen Euro für den Kindergarten-Neubau sollte es nach den Worten von Verwaltungsgeschäftsführer Ulrich Wolf auch tunlichst bleiben. "Überschreiten wir die Baukosten, bekommen wir keine 90-prozentige Förderung", betonte er. Die Mehrkosten gingen zulasten der Stadt.

Trauung im kleinen Kreis

Wegen der Corona-Pandemie können derzeit Trauungen im Inneren der kultur.werk.stadt nur mit einer begrenzten Personenzahl stattfinden. Zulässig sind maximal 15 Menschen einschließlich Brautpaar.

Die Stadt hat nach den Worten von Oberbürgermeister Frank Rebhan jetzt den überdachten Außenbereich mit anschließendem Garten für Trauungen frei gegeben. Dort ist die Feierlichkeit mit bis zu 25 Personen möglich. "Das wird meines Wissens ausgesprochen gerne angenommen", sagte der Oberbürgermeister. mm


Der Stadtrat folgte dann auch Wolfs Rat, die geplante Photovoltaikanlage so auszulegen, dass sie den Kostenrahmen nicht sprengt. Der Kindergarten soll vier Gruppen aufnehmen. In Betrieb gehen soll er im September 2021. Nach Wolfs Worten ein ehrgeiziges Ziel, aufgrund der Bauweise aber durchaus machbar.

Für die Fassade ist eine Holzständerwand mit Holzfaserdämmung vorgesehen. Die Planer versprechen sich davon Speicherung und verzögerte Abgabe von Wärme. Dies begünstige besonders an heißen Tagen das Raumklima. Zudem sprach sich der Stadtrat für das von den Architekten vorgeschlagene Flachdach aus, dessen Bauweise sich bereits vielfach bewährt habe.

Für etwas Diskussionsstoff sorgte die Art der Heizung. Die Verwaltung hat sich für eine Pelletheizung ausgesprochen. Gegenüber anderen Varianten wie Wärmepumpe oder einer mit einem Gaskessel kombinierten Wärmepumpe sei dies die kostengünstigste Lösung. Harald Hofmann (CSU) und Wolfram Salzer (SPD) wiesen auf Probleme mit der Pelletheizung in der kultur.werk.stadt hin. Dort klappe es nicht richtig mit dem automatischen Transport der Pellets zum Brenner. Wolf meinte, dass das Problem von vornherein vermieden werden könne, wenn die Pellets in aufgehängten Säcken gespeichert würden. Sie könnten dann leicht herausrutschen und dem Brenner zugeführt werden. Der Stadtrat stimmte über die Heizung gesondert ab und entschied sich bei zwei Gegenstimmen für die Lösung mit Holzpellets. Die von Matthias Dietz (CSU) vorgeschlagene Energiequelle Erdwärme kam nicht in die engere Wahl. Wie Wolf erklärte, lasse sich Erdwärme für den Kindergarten bei Weitem nicht so günstig gewinnen wie jetzt für das Rathaus.

Ungeachtet der Holzbauweise raten die Planer zum Einbau einer Lüftungsanlage, ohne die im Sommer keine ausreichende Kühlung möglich wäre. Gerade dann könnte dafür die Photovoltaikanlage den Strom beisteuern. Aus Kostengründen bekommt die Anlage erst einmal keinen Batteriespeicher, sondern nur die Vorkehrungen für eine mögliche Nachrüstung. Die hölzerne Außenwand soll einen speziellen Anstrich erhalten, der einer Verwitterung entgegenwirkt. Die Fenster bekommen Rahmen aus Holz und Aluminium, was ebenfalls eine langlebige Lösung sein soll.

Wie Oberbürgermeister Frank Rebhan erklärte, schränkten die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie den finanziellen Spielraum der Stadt ein. Würde deswegen aber der Neubau verschoben, brächte das neue Probleme mit sich. So würde die Stadt weiter die aktuellen Großtagespflegen in angemieteten Gebäuden finanzieren müssen. Und nicht zuletzt fehle einfach ein Angebot bei weiter steigender Nachfrage nach Betreuungsplätzen.

 

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