Neustadt Einladung zum Frieden auf der Welt

Peter Tischer
Dieter Stößlein, Rainer Maier und Heike Stegner-Kleinknecht (v.l.) laden ein zur Ausstellung "Weltreligionen, Weltfrieden, Weltethos" sowie begleitenden Vorträgen und Diskussion in der kultur.werk.stadt. Foto: Tischer

Eine Wanderausstellung zum Thema Weltreligionen gastiert in Neustadt.

Neustadt - Die Ausstellung "Weltreligionen - Weltfrieden - Weltethos" wirbt für eine weltweite Verständigung auf kulturübergreifende gemeinsame ethische Werte in allen Lebensbereichen: in Politik, Wirtschaft, Kultur, Schule und Alltag. Seit über einem Jahrzehnt lädt sie Besucher auf der ganzen Welt ein, die faszinierende Welt der Religionen und die grundlegende Bedeutung ethischer Maßstäbe gerade für unsere heutige Welt besser zu verstehen. Nun kommt sie auch in die Große Kreisstadt und wird vom 19. Oktober bis 13. November in der kultur.werk.stadt zu sehen sein.

Das Programm

Eröffnung am 19. Oktober um 18.30 Uhr mit Podiumsdiskussion mit Vertretern verschiedener Weltreligionen

Vortrag und Podiumsdiskussion "Kultur der Gewaltlosigkeit und Ehrfurcht vor dem Leben" am Montag, 9.11., 19 Uhr

Vortrag und Podiumsdiskussion "Kultur der Solidarität und eine gerechte Wirtschaftsordnung" am Montag, 30.11., 19 Uhr

Vortrag und Podiumsdiskussion

"Kultur der Toleranz und ein Leben in Wahrhaftigkeit" am Montag, 11.1., 19 Uhr

Vortrag und Podiumsdiskussion

"Kultur der Gleichberechtigung und die Partnerschaft von Mann und Frau" am Montag, 1.2., 19 Uhr

Nur nach Anmeldung unter familienzentrum@neustadt-bei-coburg.de oder 09561/88250; Schutzgebühr fünf Euro


"Ich bin in einem mittelalterlichen Kloster darauf gestoßen", erläutert die Initiatorin Heike Stegner-Kleinknecht, die dem Netz für Kinder, Jugendliche und Familien vorsteht. "Wichtig ist ihre Botschaft gerade in der heutigen zerrissenen Welt." Das heißt, dass "eine Weltepoche, die anders als jede frühere geprägt ist durch Weltpolitik, Welttechnologie, Weltwirtschaft und Weltzivilisation, eines Weltethos bedarf. Das heißt: ein Grundkonsens verbindender Werte, unverrückbarer Maßstäbe und persönlicher Grundhaltungen, wie Hans Küng, der Begründer des Weltethos sagt.

Die Ausstellung möchte einladen, die faszinierende Welt der Religionen und deren ethische Botschaften kennenzulernen. Dazu werden zu Beginn acht große Weltreligionen vorgestellt: Hinduismus, die Religionen Chinas, Buddhismus, Judentum, Christentum, Islam, Sikhismus und Bahaitum auf acht Tafeln. Inspiriert vom "Projekt Weltethos" verabschiedete das Parlament der Weltreligionen 1993 in Chicago die "Erklärung zum Weltethos", in der sich Repräsentanten aller Weltreligionen erstmals auf den Kern eines gemeinsamen Ethos verständigt hatten: Auf das Prinzip Menschlichkeit "Jeder Mensch soll menschlich behandelt werden" und auf die "Goldene Regel", die in allen Religionen und vielen philosophischen Traditionen zu finden ist. Daraus ergeben sich vier konkrete ethische Prinzipien: die Verpflichtung auf Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit und verantwortliche Partnerschaft.

Die Verantwortlichen betonen, dass niemand seine Identität ablegen soll, sondern dass man aufeinander zugeht. "Wenn Menschen friedlich zusammenleben wollen, sind sie auf gemeinsame ethische Werte angewiesen. Solche Werte finden sich in allen großen religiösen und philosophischen Traditionen der Menschheit. Sie sind also bereits vorhanden und müssen nur bewusst und verständlich gemacht, gelebt und weitergegeben werden", fasst Stegner-Kleinknecht zusammen.

Mit ins Boot holte Stegner-Kleinknecht die Volkshochschule: "Es geht hier auch um eine Wertediskussion, beispielsweise wie unser Verhältnis zur Natur ist", zeigt deren Leiter, Rainer Maier auf. Auch Dieter Stößlein, Beauftragter für den interreligiösen Dialog, wirbt für dieses Projekt: "Es geht darum, dass man in Dialog kommt. Mit dieser Weltethos-Theorie soll keine Einheitsreligion geschaffen werden, auch keine neue Weltordnung. Aber es gibt Herausforderungen, wie die Themen Frieden und Gerechtigkeit, die angegangen werden müssen."

 

Bilder