Neustadt Mehr Sicherheit für Kinder

Peter Tischer
Stadtrat Bastian Schober (links) bringt den Antrag zur Schaffung von Notinseln in den Stadtrat. Markus Stache ist gerne bereit, sein Geschäft dafür zu öffnen. Foto: Tischer

Stadtrat Bastian Schober will das Projekt Notinsel in Neustadt etablieren. Teuer soll es nicht sein, aber effektiv. Vorbild dabei ist Kronach.

Damit Kinder auf ihren Wegen nicht verloren gehen, hat die Deutsche Kinderschutzstiftung „Hänsel + Gretel“ mit der sogenannten Notinsel ein Zeichen geschaffen, das Kindern sichere Zufluchtsorte bietet. Geht es nach Stadtrat Bastian Schober, soll Neustadt auch Standort-Partner werden.

Es sind oft nicht die großen Gefahren, die Kindern im öffentlichen Raum begegnen, meint Schober. Ein verlorenes Handy, Mobbing von Klassenkameraden oder einfach „die Zeit auf dem Nachhauseweg vergessen“ und verlaufen. „Selbst kleine Notfallsituationen können Kinder Probleme und Kummer bereiten und deshalb ist es wichtig, für sie Anlaufstellen zu haben, in denen sie Schutz, Hilfe und Ansprechpartner finden.“

Auch die Jugendpflege

Deshalb bringt er einen Antrag in den Stadtrat ein, damit Neustadt Standort-Partner beim Projekt „Notinsel“ der Deutschen Kinderschutzstiftung „Hänsel+Gretel“ wird. Innerhalb von drei Monaten ließe sich dies umsetzen. Er habe dies „in Kronach gesehen und sich deshalb näher mit diesem Projekt beschäftigt“, blickt Schober kurz zurück und sieht „es als niederschwellig in Form, von Kosten und der Umsetzung an.“ An der Umsetzung seien neben dem Einzelhandel weitere lokale Partner wie Jugendpflege, Vereine, Schulen und Kindergärten zu beteiligen. „Die Notinseln sind ein kleines Instrument, welches unseren Kindern und Jugendlichen im Alltag mehr Sicherheit geben kann. Sollte auch nur einem Kind durch eine Notinsel geholfen oder gar ein Verbrechen verhindert werden, hat sich der relativ geringe finanzielle und personelle Aufwand schon gelohnt. Unterstreichen möchte ich hier auch noch mal den präventiven Charakter des Projektes“, bittet Schober fraktionsübergreifend um Zustimmung.

Notinseln leisten praktische Hilfe, zum Beispiel mit einem Pflaster oder dem Anruf zuhause bzw. in der Schule. Welche Kosten kommen auf den Standort-Partner zu? „Ein einmaliger Kostenbeitrag im ersten Jahr in Höhe von 750 Euro, eine jährliche Betreuungspauschale ab dem zweiten Jahr in Höhe von 175 Euro per anno sowie standortbezogene Material- und Druckkosten“, erläutert Schober. Welche Aufgaben hat der Standortpartner, also die Stadt? „Betreuung des Standortes, der Notinsel-Geschäfte, Vernetzung mit Geschäften, Schulen und Jugendeinrichtungen, Belebung des Projektes durch Aktionen wie Kinderfeste, Schul- und Stadtfeste, eigene Aktionen, die Web-App mit den Notinsel-Daten immer vollständig und aktuell halten“, zeigt Schober beispielhaft auf.

Buchhändler Markus Stache interessiert, welche Aufgaben ein „Notinsel-Geschäft“ zu übernehmen hat. Denn er ist gerne bereit, seinen Laden dafür zu öffnen. „Den teilnehmenden Geschäften entstehen keine Kosten. Die Kosten für den Druck des Werbe- und Informationsmaterials, sowie der Ausstattung für die Notinseln werden vom regionalen Projektträger oder von Hänsel+Gretel getragen“, sieht Schober einen Pluspunkt. Zudem müssen die Mitarbeitenden nicht explizit geschult werden, sind nur ausreichend darüber zu informieren, dass das Geschäft „Notinsel“ ist und auch wie gemäß der Handlungsanweisung vorzugehen ist. „Die Mitarbeitenden in den Notinseln sollen den Anfang einer Hilfskette bilden, um möglichst schnell an die richtigen und geschulten Ansprechpartner oder die Eltern abzugeben“, erläutert Schober. Die Mitarbeitenden dürfen keine eigenmächtigen Untersuchungen oder gar laienhafte psychologische Beratung leisten. „Der gesunde Menschenverstand ist entscheidend und alles darüber hinaus, schädlich“, sieht Schober die Niederschwelligkeit. Die Handlungsanweisung, die jede Notinsel zusammen mit dem Aufkleber erhält, gebe ausreichende Orientierung für das richtige Handeln im Notfall. „Alle Geschäfte mit dem Notinsel-Zeichen an der Tür bieten Kindern Zuflucht. Beteiligte Geschäfte setzen darüber hinaus ein deutliches Zeichen für den Kinderschutz und gegen potenzielle Täter“, fasst Schober zusammen.

Bislang signalisieren an 238 Standorten deutschlandweit rund 17 000 Geschäfte, die das Notinsel-Zeichen an der Tür tragen, den Kindern: „Wo wir sind, bist Du sicher.“

 

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