Neustadt Schützen haben zwei Königinnen

Peter Tischer
Schützenkönigin Tilla Brieger und Jungschützenkönigin Emma Kalter führen nun das Zepter bei der Privilegierten Schützengesellschaft 1533 Neustadt. Foto: Tischer

Die Regentschaft bei den Privilegierten ist nun fest in weiblicher Hand. Ein Titel ging an Tilla Brieger, bei der Jugend siegte Emma Kalter. Nicht die einzige Neuerung an der Halskestraße.

 
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Satte 1216 Tage sind vergangen, ehe die Privilegierte Schützengesellschaft 1533 Neustadt wieder einen König oder eine Königin ausschießen durften. Wegen der Corona-Pandemie musste Ralf Carl in diesem langen Zeitraum regieren, ehe er nun abgelöst wurde.

Denn die Privilegierten hatten kürzlich zum Schützenfest geladen. Vier Tage lang wurde am Schützenhaus in der Halskestraße gefeiert und schließlich eine neue Schützenkönigin proklamiert. Mit Tilla Brieger ist dies freilich keine Unbekannte, auch ihr Erster Ritter Martin Brieger trat schon öfter in Erscheinung. Emma Kalter wurde Jungschützenkönigin, sodass nun zwei Damen die Privilegierten regieren. Hanna Kalter darf sich Erste Jugendritterin nennen.

Tradition und Wandel

Tradition und Wandel gehen bei den Privilegierten dabei Hand in Hand. So ließen sie bei der Festtafel ihre langjährigen Mitglieder hochleben, am Samstag bewirtete der noch amtierende König seine Gäste, und am Sonntag wurden die Sieger des Hauptschießens gekürt sowie die neuen Könige gekürt. „52 Teilnehmer haben an den Vereinsmeisterschaften teilgenommen“, freute sich Schützenmeister Lutz Wachsmuth darüber, dass ein Viertel der 208 Mitglieder mit von der Partie war. Der Wandel zeigte sich in der Modernisierung der Anlage. „So wurde der Luftgewehr-/Luftpistolenstand mit 20 elektronischen Ständen versehen, wobei der Treffer sofort auf dem jeweiligen Monitor angezeigt wird“, erklärte Wachsmuth. Auch die Auswertung erfolge elektronisch. „Dadurch können wir nicht nur vereinseigene Wettkämpfe rasch abwickeln, sondern auch Großwettkämpfe“, blickte der Vorsitzende nach vorn. „Beispielsweise wurde auf unseren Luftdruckständen schon die Gaumeisterschaft der Jugend ausgetragen.“

Ein sehr reger Verein

Diese technische Entwicklung erfreut auch Gauschützenmeister Klaus Jentsch. Er zollte den Privilegierten Lob: „Ihr seid einer der regsten Vereine im Schützengau Nord.“ Diesem gehören 65 Vereine mit rund 7500 Mitgliedern an, wobei Jentsch allerdings eine Konsolidierung erwartet. In Neustadt griffen Tradition und Sport gut ineinander, hob Jentsch hervor: „Um so einen Verein wie die Privilegierten ist mir nicht bange.“ Künftig sollen auch Teile der Oberfrankenliga im Bereich Luftgewehr bei den Privilegierten abgehalten werden.

Ebenfalls saniert wurde in Neustadt der Kurzwaffenstand für großkalibrige Waffen. Vom Fußbodenbelag über die Decke, die Seitenwände und die Lüftungsanlage bis zum Kugelfang wurde alles an die aktuellen Vorschriften angepasst. „Für unsere Schützenjugend, die auch maßgeblich von den neuen elektronischen Anlagen profitiert, wurden für Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren noch zusätzlich je ein Lichtpunktgewehr und eine Lichtpunktpistole angeschafft“, führte Wachsmuth aus. „Die elektronischen Stände ermöglichen somit ein optimales Training ab einem Alter von sechs Jahren mit Lichtpunktwaffen und ab zwölf Jahren mit Luftdruckwaffen. Hierfür stehen ebenfalls vereinseigene Luftdruckgewehre und Pistolen zu Verfügung.“

Auch die Stadt lobt den ältesten Verein Neustadts. „Ihr wart nicht untätig während dieser Corona-Phase sondern habt mit großem ehrenamtlichen Engagement sowie finanziellem Aufwand Eure Anlage auf Vordermann gebracht“, würdigte 3. Bürgermeisterin Elke Protzmann die Anstrengungen. Nun könne der Verein „ein wohlbestelltes Haus“ vorweisen. „Ihr seid eine Schützengesellschaft, die sich immer wieder der Zeit anpasst“, so Protzmann.

Im kommenden Jahr kann die Privilegierte Schützengesellschaft Neustadt übrigens ihr 490. Jubiläum feiern.

 

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