Neustadt - "Brauch ist die Regelmäßigkeit innerhalb sozialen Handelns", zitierte die Bamberger Professorin für europäische Ethnologie, Dr. Heidrun Alzheimer, den Soziologen Max Weber. In ihrem vhs-Vortrag in der kultur.werk.stadt zeigte sie auf, dass die meisten Bräuche, die heute bekannt seien, Erfindungen und Schöpfungen des 19. Jahrhunderts seien. Die Referentin nahm die Zuhörer mit auf eine kulturgeschichtliche Reise zwischen Tradition und Kommerz. Dazu bedient sich die Brauchtumsforschung vieler Quellen wie Strafakten, Rechnungsbücher, Visitationsprotokolle, Orts- und Stadtchroniken und Votivtafeln. Bei Bräuchen gehe es immer um Dinge wie Gerüche, Licht, Feuer, Wasser, (Ver-)kleidung, Bewegung, Geräusch, Lärm, Musik und Blumen. Sie seien kein statisches Kulturgut, sondern veränderten sich.