Niederfüllbach Neuer Horst für Meister Adebar

Michael Stelzner

In der Gemeinde Niederfüllbach wird ein Storchennest aufgestellt. Es ist in einer Gemeinschaftsleistung entstanden, lobt Bürgermeister Büttner.

In Niederfüllbach wurde ein Storchennest aufgestellt. Jetzt hofft man, dass es bald besiedelt wird. Foto: Michael Stelzner

Niederfüllbach - In der Gemeinde hofft man, dass Weißstörche bald eine neue Heimat in Niederfüllbach finden. Deshalb wurde im Rahmen einer Dorfgemeinschaftsleistung ein Storchennest aufgestellt, das auf einem rund zehn Meter hohen Mast sitzt. Der Gemeinderat stellte dafür 4500 Euro zur Verfügung. Da viele Ortsbürger die Aktion ehrenamtlich unterstützten, konnten die Kosten gering gehalten werden.

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Der Korb steht auf einem Lärchenstamm, der im Wald der Niederfüllbacher Stiftung, in der Nähe des Leopoldbrunnens, geschlagen wurde. Der Korb hat einen Durchmesser von 1,50 Meter und ist für eine Traglast von etwa 800 Kilogramm ausgelegt, da die Äste, die Störche für den Nestbau sammeln, einige Kilogramm auf die Waage bringen.

Bereits im Herbst des vergangenen Jahres hat sich der Gemeinderat mit der Idee befasst, einen Storchenhorst in Niederfüllbach aufzustellen, Neben dem Klima- und Umweltschutz waren auch die Biodiversität und das von Frank Reißenweber vom Landratsamt Coburg erstellte Ökokonzept Grundlage der Aktion. Denn der Weißstorch ist immer noch als selten einzustufen, wie Bürgermeister Bastian Büttner in einem Grußwort beim Vorstellen des Storchennestes betonte. Allerdings war es gar nicht so einfach einen passenden Standort zu finden. Dabei beriet der Storchenbeauftragte des Landesbunds für Vogelschutz (LBV), Hans Schönecker, die Gemeinde. Nachdem der ideale Standort am südlichen Ortseingang gefunden worden war, konstruierten einige Niederfüllbacher den Horst. Die Arbeiten setzten Handwerker um. Sigrun Röhrich, Elke Büttner und Ute Treuter halfen bei der Polsterung des Nestes. Christian Boßecker, Vorsitzender des Feuerwehrvereins und erfahren im Aufstellen von Maibäumen, sägte den Stamm gemeinsam mit Fred Holzheid zu und passte diesen ein. Für das Fundament wurde die halbe Menge eines Betonmischerinhalts benötigt, wusste der Bürgermeister zu berichten. Er betonte, dass man versucht habe einen Metallmast zu bekommen. Doch alle Anfragen seien erfolglos geblieben. Deshalb habe man sich für den Lärchenstamm entschieden. Diesen richteten Michael Stüllein und Matthias Bellenberg von der Feuerwehr mit Hilfe des Teleskopladers von Tobias Großmann auf. Das Storchennest an der südlichen Ortseinfahrt sei ein richtiger „Hingucker“, lobte Bürgermeister Büttner.

Werner Hellwig, stellvertretender Storchenbeauftragter des LBV, freute sich, dass zu den 17 Storchenhorsten im Coburger Land ein weiterer hinzugekommen ist. Hellwig bezeichnete den Standort als ideal, denn der Storch sei ein Kulturfolger und wolle Leben um sich haben. Deshalb störe Meister Adebar die nur einen Steinwurf entfernte Bundesstraße und der nahe liegende Fahrradweg überhaupt nicht. Außerdem böten die in der Nähe liegenden Itzwiesen eine gute Grundlage für die Nahrungssuche. Hellwig ist sich sehr sicher, dass der Horst schnell besetzt wird.