Nordhalben Der Chef im Forst sagt Ade

Veronika Schadeck

32 Jahre lang hatte er 3500 Hektar Waldfläche unter seinen Fittichen. In dieser Zeit setzte Fritz Maier Maßstäbe. Sein Nachfolger Daniel Kraus tritt demnach in große Fußstapfen.

Mehr als 100 geladene Gäste aus Politik, Verwaltung und Naturschutz sowie seitens der Bayerischen Staatsforsten haben am Mittwoch im Neuen Zeughaussaal der Festung Rosenberg den Nordhalbener Forstbetriebsleiter Fritz Maier in den Ruhestand verabschiedet. Gleichzeitig wurde sein Nachfolger Daniel Kraus in sein neues Amt eingeführt.

Optimistischer Blick in die Zukunft

Fritz Maier, der mit seinem Team rund 3500 Hektar Staatsforstflächen zwischen Bayreuth, Eckersdorf, Thurnau und einem Teil des Landkreises Kronach betreute, sprach von einem „37 Jahre aktiven Försterleben“, davon 32 Jahre lang in Oberfranken. Diese Zeit sei mit gravierenden Ereignissen im Wald verbunden gewesen. In diesem Zusammenhang nannte er die Stürme „Vivian“ und „Wiebke“, bei denen Millionen Festmeter Sturmholz geworfen und Tausende von Hektar an Waldbeständen vernichtet worden. Wenn er heute die aufgeforsteten Mischwälder mit Buche, Kiefer, Tanne und weiteren Baumarten sehe, blicke er mit Optimismus auf die Regenerationsfähigkeit der Wälder. Eingehend auf die Borkenkäferproblematik wies er darauf hin, dass „wir aus dem Waldsterben der 80er Jahre gelernt haben“. Er zeigte sich überzeugt, dass auf Schadflächen junge Wälder aus verschiedenen Baumarten klimastabilere Zukunftswälder werden.

Sein Dank galt den Kommunen, den Jagdgesellschaften, den Ämtern und dem Frankenwaldverein für die Zusammenarbeit. „Nicht immer läuft alles rund, aber ein direkter Kontakt und gegenseitiges Verständnis helfen.“

Naturschutz und Nachhaltigkeit

Landrat Klaus Löffler wies darauf hin, dass es bei Fritz Maier nicht nur um wirtschaftliche Aspekte, sondern auch um Naturschutz, Nachhaltigkeit und um Kultur ging. Sein Kulmbacher Kollege, Klaus Peter Söllner, bezeichnete Maier als einen Mann, der es mit einer eleganten Art verstehe, Akzente zu setzen.

Nordhalbens Bürgermeister Michael Pöhnlein hob die Weitsicht von Maier hervor. Nur dank seines Einsatzes habe in Nordhalben ein Nahwärmenetz mit Hackschnitzel entstehen können – und das zu einer Zeit, als das Gas noch billig war. Dass Fritz Maier die heimischen Sägewerke nicht vergessen hat, dafür bedankte sich der Seniorchef des Sägewerks Müller-Gei, Reinhard Müller-Gei.

Überbetriebliches Engagement

Fritz Maier habe sich in herausragender Weise und mit großem Engagement in der Region, aber auch für die Bayerischen Staatsforsten eingesetzt, lobte der Vorstand der Bayerischen Staatsforsten, Reinhardt Neft. Zuletzt habe er mit großem Nachdruck auf die notwendige Nachwuchsgewinnung im Bereich der Forstwirtinnen und Forstwirte hingewirkt, sodass in Zusammenarbeit mit der Stadt Schwarzenbach am Wald im nächsten Jahr mit der Ausbildung von Forstwirten gestartet werden könne. Hervorzuheben sei sein überbetriebliches Engagement, wie beispielsweise beim Borkenkäfermanagement, der Waldverjüngung und sein Einsatz für die Auszeichnung des Frankenwaldes zum Waldgebiet des Jahres im Jahr 2017.

Neft ging kurz auf die Biografie von Fritz Maier ein, der in Pfaffenhofen geboren wurde und nach seinem Abitur zunächst ein Studium der Betriebswirtschaft an der Technischen Uni Berlin absolvierte. Danach studierte er Forstwissenschaft in München. Seit 2005 hatte er die Leitung am Forstbetrieb Nordhalben inne, zuletzt war er auch zum mündlichen Prüfer für die Große Forstliche Staatsprüfung wie für die Forstinspektorprüfung in Bayern bestellt worden. Dem Nachfolger Daniel Kraus wünschte Neft für seine Zukunft in Nordhalben alles Gute. Er hob seine internationalen Erfahrungen, seine breiten und tiefgehenden Fachkenntnisse, seine Interessen für den Naturschutz, die Erholung und die Holznutzung hervor.

Motivierter Nachfolger

„Ich bin hoch motiviert, die Forstdienststelle in Nordhalben zu leiten“, so Daniel Kraus. Und: „Ich möchte, dass sich mein Team wohlfühlt!“ Er begründete seine Bewerbung nach Nordhalben damit, dass er zum einen schon immer Forstbetriebsleiter werden wollte, er aber auch neue Chancen für den Wald sehe und diesen mitgestalten wolle. Zudem wolle er als Waldbrandspezialist seine Kenntnisse weitervermitteln.

Im Rahmen der Feierstunde verabschiedeten sich auch Personalratsvorsitzende, Thomas Jährig, die Revierleiter Daphne und Markus Weihrich sowie Katja Brehm und Tanja Schmeißner in humorvoller Weise von ihrem Chef. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Duo „Neuwerth“.

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