Nordhalben Gedenken an Soldat Frischmann

Susanne Deuerling
Am Nordhalbener Kriegerdenkmal wird eine Gedenktafel für den von den Nazis kurz vor Kriegsende erschossenen Soldaten Willibald Frischmann angebracht. Foto: Susanne Deuerling

Im Nordhalbener Gemeinderat ging es hoch her. Anlass war das kommunale Förderprogramm und eine Nachfrage von Horst Mohr, der sich gegen das Vergessen stemmt.

Horst Mohr beschäftigt sich schon seit Langem mit einem eher dunklen Kapitel der Nordhalbener Geschichte. Bereits vor Jahren wollte er eine Gedenktafel für den von den Nazis kurz vor Kriegsende erschossenen Soldaten Willibald Frischmann. Zum ersten Mal hatte sich das Gremium dann auch mit dem Thema im Jahr 2015 auseinandergesetzt. Damals hatte man beschlossen, ein schlichtes Holzkreuz in der Fichtera anzubringen – ohne Beschriftung. Ein Jahr später erfolgte dann auch die Aufstellung. Des Weiteren wollte man bei der anstehenden Dorferneuerung eine solche Gedenktafel eventuell am ehemaligen Amtsgebäude anbringen. Soweit der Stand. Nun fragt Mohr nach, ob und wann sie denn endlich angebracht werde.

„Die Opfer sind alle gleich“

Hans Blinzler (CSU) betonte, dass es beschlossen war, dies bei der Umgestaltung des Ortes anzugehen. Man lasse sich nicht „auf die Füße treten“. Außerdem gebe es auch noch viele andere Opfer, die man dann namentlich erwähnen und der man mit Tafeln gedenken müsse. Auch Bernd Daum (FW) betonte, dass es zwar gut sei, dass sich Menschen wie Horst Mohr gegen das Vergessen stemmen, aber eigentlich habe es jedes Opfer verdient, eine Tafel zu erhalten. Er regte an, den Namen auf einer Gedenktafel am Kriegerdenkmal anzubringen, so wie die der gefallenen und vermissten Soldaten auch. Es gäbe ja bereits eine für die beim Beschuss von Nordhalben ums Leben gekommenen Personen. „Die Opfer sind alle gleich, man sollte hier niemand herausheben“, meinte Daum. Dem schloss sich auch Margarethe Blinzler (CSU) an. Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) favorisierte das Polizeigebäude, dessen neuer Besitzer unter der Voraussetzung, die Denkmalschutzbehörde hätte nicht dagegen, bereits zustimmt habe. Als Alternative nannte er das Kriegerdenkmal.

Tafel am Kriegerdenkmal

Mit einer Gegenstimme wurde schließlich beschlossen, dem Vorschlag von Bernd Daum zu folgen und eine Tafel am Kriegerdenkmal anzubringen, auf der auch noch andere Kriegsopfer verewigt werden können.

Im Anschluss beschäftigte man sich mit dem kommunalen Förderprogramm für Nordhalben, das der Gemeinderat im November 2021 beschlossen hatte. Damals wurde die Verwaltung beauftragt, den Antrag bei der Regierung von Oberfranken zu stellen. Nach einer kurzen, teilweise heftigen Diskussion wurde nun mit zwei Gegenstimmen dazu beschlossen, dass die Kosten von Sanierungsmaßnahmen mit 18 Prozent bezuschusst werden.

Maximal 20000 Euro Zuschuss

Was die Höchstsumme der Zuschüsse betraf, war man sich anfangs uneins, der Vorschlag von Bürgermeister Pöhnlein, diese auf 10 000 Euro zu begrenzen, wurde mit einer Gegenstimme abgelehnt. Vielmehr erhalten nun Bürger 30 Prozent der Kosten, höchstens jedoch 20 000 Euro. Diese werden von der Regierung mit 80 Prozent bezuschusst, sodass die Gemeinde nur 20 Prozent aus eigener Tasche zahlen muss. Dafür muss aber ein Beratungsgespräch stattfinden, Angebote eingeholt werden und noch einiges mehr. Allerdings wurde auch eine Bagatellgrenze festgesetzt: Erst ab einer Investition von 5000 Euro wird demnach nun eine kommunale Förderung gewährt. Des Weiteren wurde zugestimmt, dass es nur einmal den Zuschuss bis zur Höchstgrenze gibt und eine Neubeantragung von Maßnahmen erst nach zehn Jahren wieder möglich ist. Das kommunale Förderprogramm tritt mit allen gefassten Änderungen am 1. Januar 2023 in Kraft.

FWO soll Wasserversorgung sicherstellen

Nach kurzer Diskussion wurde zudem beschlossen, die Wasserversorgung für Nordhalben vorerst durch die FWO sicherzustellen. Für Heinersberg kann nach Rücksprache mit Geroldsgrün eine Leitung von Hermesgrün aus mit dem Wasser aus den Geroldsgrüner Quellen angeschlossen werden. Dies wird eine Trinkwasserleitung sein, die vorhandenen Quellen in Heinersberg werden dann für den Feuerschutz als Löschwasser benötigt. Für den Bereich Neumühle wir nun ein Anschluss an das Ortswassernetz stattfinden.

Gemeinderat in Kürze

 

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