Nordhalben Künstlerin setzt Maxhaus unter Wasser

Norbert Neugebauer

Die Chinesin Jiaying Wu setzte mit einer Installation der Flößerei im Frankenwald ein fließendes Denkmal.

 
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Das Nordhalbener Maxhaus zu fluten, erfordert wohl besondere Inspiration und auch Überzeugungskraft – vor allem bei den Hausbesitzern. Der chinesischen Stipendiatin Jiaying Wu gelang dieses Kunststück. Die Besitzer waren von ihrer Ausstellung genauso begeistert wie die Besucher. Nach einem vierwöchigen Aufenthalt präsentierte sie dort ihre in der Nordhalbener Umgebung entstandenen Werke. Auf der halben Grundfläche installierte sie so ein Wasserprojekt, das eine Hommage an die auch in Nordhalben ausgeübte Flößerei darstellte. Gleichzeitig spiegelten sich darin ihre Arbeiten an und mit den Bächen Nordhalbens als Gesamtkunstwerk. Darin symbolisierten kleine Holzpaletten die Flöße im „Teich“, die auch als Trittsteine durch das Objekt genutzt werden konnten. Auf der Begrenzung war die Bedeutung dieses lebenswichtigen und traditionellen Berufs für die Frankenwäldler zu lesen.

Handelsweg und Grenze

Otmar Adler, Gastgeber des von der Initiative NohA betriebenen Künstlerhauses, stellte die seit 2014 in Berlin lebende Malerin und Projektkünstlerin bei der Vernissage vor. Wasser habe eine allumfassende Bedeutung, sei Handelsweg, aber auch Grenze, zitierte er die Intension Wus. „Ein spannendes Thema für die Zukunft, Wasser ist umkämpft und man muss sorgsam damit umgehen“, befand auch Bürgermeister Michael Pöhnlein.

Die Künstlerin dankte für „vier wunderbare Wochen in Nordhalben“ und die Unterstützung vor Ort. Seit einer großen Überschwemmung in ihrer Heimatstadt, die sie als Kind erlebte, sei sie von dem Thema fasziniert. Sie erläuterte den Besuchern, wie sie in ihrer jeweiligen Umgebung die Gewässer erforscht und „Abdrücke“ der Oberflächen mit Tusche und Reispapier nimmt – quasi Momentaufnahmen ihres Besuchs. Im Frankenwald ebenso wie demnächst im Venedig, wohin sie für ihr nächstes Stipendiat eingeladen ist. Dort werden weitere Arbeiten entstehen, die dann, genau datiert und mit der Örtlichkeit gekennzeichnet, irgendwann in einer Reihe mit den in Nordhalben entstandenen Bildern, der Welt präsentiert werden. Mit dieser Abschlussausstellung ist auch die diesjährige „Maxhaus-Saison“ offiziell beendet. Allerdings nimmt die Leitung noch Anfragen für künftige Aufenthalte entgegen.

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