Nordhalben Nicht schlecht, Herr Specht!

In einer aufwendigen Aktion sind mehrere Bäume bei Nordhalben gesichert worden. So droht dem Verkehr keine Gefahr mehr – und geflügelte Bewohner können weiter dort leben.

Kronach/Nordhalben - Eine außergewöhnliche Naturschutzaktion konnten Autofahrer kürzlich an der Staatsstraße zwischen Nordhalben und Geroldsgrün beobachten. Ein Spezialist der Bayerischen Staatsforsten kletterte auf mehrere Bäume und entfernte mit der Motorsäge absterbende Baumkronen bis auf einen Stumpf. Damit konnten die Höhlen in den Stämmen als Lebensraum für Spechte erhalten und die Verkehrssicherheit trotzdem hergestellt werden. An der Straße standen deshalb Ampeln und ein Fahrzeug mit Blinklicht der Straßenmeisterei Kronach. Immer wieder wurden Autofahrer von den Straßenmeistern Marco Förtsch und Wolfgang Lang angehalten, bis die Straße wieder sicher befahren werden konnte.

Forstwirt Joachim Maryniak aus Issigau stieg mit einer speziellen Kletterausrüstung auf mehrere Bäume. An seinem Gürtel hing eine leichte Motorsäge. Meter für Meter kletterte er, gesichert durch Steigeisen an den Füßen und Haltegurte um den Baum, bis in die Baumkronen in 15 bis 20 Meter Höhe. Seinen Ruf „Autos stopp“ gaben die Kollegen Udo Hohberger und Siegfried Hagen per Funk an die Straßenmeister weiter, die ihre Ampeln auf Rot schalteten. Dann konnte die Motorsäge gestartet werden. Ast für Ast wurde die Krone eingekürzt. Am Ende blieb ein sechs bis zehn Meter hoher Stumpf, in dem sich die Spechthöhlen befinden.

Jährliche Begehung

Revierleiter Christof Mörtlbauer hatte bei seiner jährlichen Begehung entlang der Staatsstraße festgestellt, dass einzelne Bäume Schäden aufwiesen und aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden mussten. Dabei entdeckte er, dass Buntspecht und Grauspecht in einigen Bäumen Höhlen angelegt hatten, zur Aufzucht der Jungen. Nach Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde stand der Entschluss fest: Diese Bäume werden nicht gefällt, sondern nur so weit eingekürzt, dass ihre dürre Krone keine Gefahr für Straßennutzer darstellt.

„Ich bin zufrieden, dass wir in einer aufwendigen Aktion die Lebensräume der Spechte im Staatswald erhalten und die Sicherheit der Straßennutzer herstellen konnten. Das war eine beispielhafte Zusammenarbeit zwischen den Bayerischen Staatsforsten, der Naturschutzbehörde und dem Staatlichen Bauamt Bamberg, Außenstelle Kronach“, resümierte Forstbetriebsleiter Fritz Maier nach dem Abschluss der Aktion. red

 

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