Coburg, Kronach, Lichtenfels - Eigentlich dürfte das gar nicht passieren, denn dafür gibt es mehrere Rückfallsysteme. Dennoch ist am Mittwochmorgen um 7:15 Uhr die Integrierte Leitstelle Ebersdorf, bei der Notrufe für die 112 eingehen, nicht erreichbar. Sie nimmt normalerweise Anrufe aus der Umgebung Kronach, Lichtenfels und Coburg entgegen. Anders als zuerst berichtet, ist nicht ein Schmorbrand, sondern wahrscheinlich ein technischer Defekt dafür verantwortlich, dass zwei Schlüsselsysteme, die sich eigentlich gegenseitig ersetzen sollen, kurz hintereinander ausfallen. „Wir haben viele redundante Systeme mit mehreren Rückfallebenen“, erklärt Leitstellenleiter Peter Kunzelmann auf Nachfrage der NP. „Theoretisch darf das gar nicht vorkommen, dass beide zeitgleich ausfallen“. Noch laufen die Untersuchungen, wie ein Defekt in der Steuerung der Stromversorgung in beiden Leitungen zu einem Kurzschluss führen konnte. „Die Kollegen saßen plötzlich in einem dunklen Raum“, erklärt Sohrab Taheri Pressesprecher des bayrischen Roten Kreuzes aus München: „Es gab einen Zeitraum, in der die 112 ins Leere geführt hat. So etwas hatten wir in dieser Größenordnung in den letzten Jahren nie.“