NP-Serie: Mein Garten Hier schlägt das Herz des Eisenbahners

Schienen, Lokomotiven und jede Menge Figuren haben im Garten der Schwämmleins in Dörfles-Esbach ein Zuhause gefunden.

Dörfles-Esbach - Ein Sturmtief wie jenes, das am Donnerstagmorgen übers Coburger Land zog, ist das Schlimmste, das sich Hubert Schwämmlein und seine Frau Dorothea Schwämmlein-Bär für ihren Garten vorstellen können. Kräftige Böen könnten dann in Windeseile das zerstören, was sich die beiden über Jahre aufgebaut haben.

Ihr eher versteckt gelegener Garten in Dörfles-Esbach beeindruckt durch jede Menge Details – und zwar fast ausschließlich in Bodennähe. Hubert Schwämmlein ist ein „Eisenbahner durch und durch“, sagt er. Von Kindesbeinen an schlägt sein Herz für Modelleisenbahnen. Als die Schwämmleins in den 90er-Jahren ihr Haus in Dörfles-Esbach beziehen, findet die Eisenbahn erst einmal im Keller einen Platz. 2008 beginnt dann ein stückweiser Auszug hinaus in den Garten.

Dazu muss Hubert Schwämmlein aber erst einmal ein Beton-Fundament für die vielen Schienen schaffen, die er verlegen will. „150 Meter sind es“, weiß er genau. Dazu kommen 16 Lokomotiven und 30 Wagen, die mittlerweile auf der Outdoor-Anlage stehen. Das Bahnprojekt im Garten zieht sich über Jahre hin. „Und ist auch jetzt noch nicht fertig“, sagt er. Im kommenden Frühjahr will er die Elektronik so verlegt haben, dass die Loks vollständig ihre Runden drehen können. Bisher hat Hubert Schwämmlein das nämlich immer nur probeweise und Stück für Stück testen können.

Während seine Steckenpferde Modellbahn und Technik sind, hat sich seine Frau auf die Ausgestaltung der Anlage spezialisiert. Häuser, Bäume, Figuren – akribisch sucht sie zusammen, was zusammenpassen könnte und entwirft kleine Szenen. Dabei spielt die ganze Familie eine Rolle. „Meine Enkeltochter hilft mir fleißig“, erzählt Dorothea Schwämmlein-Bär stolz. Aber auch die Kinder sind verewigt. Weil ihr Sohn in Delft in den Niederlanden lebt, findet man den Bahnhof der Stadt im Kleinformat auch im Garten in Dörfles-Esbach. Ein weiterer Bahnhof im hinteren Teil ist der Gemeinde Weitramsdorf gewidmet. „Dort wohnt die Tochter“, verrät Dorothea Schwämmlein-Bär. Und auch Bezüge zu Coburg lassen sich im Vorgarten entdecken. An und vor einer kleinen Holzhütte tummeln sich jede Menge Figuren. „Die lassen sich die Coburger Bratwurst schmecken“, erzählt sie. Diese sowie die längs aufgeschnittenen Brötchen hat sie aus Knetmasse gefertigt. Allesamt Stücke, die im Winter entstehen, wenn draußen auf der Anlage nichts passieren kann. Dann zieht sich die Familie in den Keller oder den Wintergarten zurück und entwickelt neue Pläne. Im kommenden Jahr zum Beispiel will Dorothea Schwämmlein-Bär die Hochhäuser von Dörfles-Esbach im Garten entstehen lassen. „Und ein Bauernhof ist auch geplant.“

Ende der Serie, die im Frühjahr 2022 fortgesetzt wird.

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