Dr. Moritz Cramer war ein angesehener Mann, ein beliebter Arzt, ein gebildeter Bürger, ein engagierter Coburger. Weil er Jude war, schützte ihn all dies nicht vor dem fanatischen Hass der Nationalsozialisten: 1941 wurde er enteignet, deportiert und ermordet. Seine über 1200 Bände zählende Privatbibliothek wurde zum Teil vernichtet, zum Teil verkauft – nur 108 Bücher gelangten in das Magazin der Coburger Landesbibliothek (die damals noch Landesbücherei hieß), wo ihre Herkunft erst im vergangenen Jahr aufgedeckt wurde.