Ihre Studie ist im Fachjornal „The Astronomical Journal“ veröffentlicht.
Beste Chance für außerirdisches Leben
Nun haben die Astronomen einen zweiten Planeten um diesen Roten Zwergenstern entdeckt, der in der habitablen Zone kreist. Er benötigt 54 Tage für einen Umlauf.
„Der Exoplanet Gliese 251c liegt genau in der ‚Goldilocks Zone‘ – also dem Abstand vom Stern, bei dem es flüssiges Wasser auf der Oberfläche des Planeten geben könnte, wenn er die passende Atmosphäre besitzt“, erklärt Koautor Suvrath Mahadevan von der Pennsylvania State University. „Solche Planeten sind unsere beste Chance, außerirdisches Leben zu finden.“
Astronomische Detektivarbeit
Aufgespürt haben die Astronomen diese potenziell lebensfreundliche Welt mithilfe eines hochauflösenden Nahinfrarot-Spektrometers am McDonald Observatory in Fort Davis (US-Bundesstaat Texas). „Es ist wirklich schwierig, die stellaren Störungen herauszufiltern und trotzdem die subtilen Planetensignale zu finden“, erläutert Mahadevan.
Um sicherzugehen, dass die detektierten spektralen Signale wirklich von einem Exoplaneten und nicht vom Stern kommt, analysierten die Forscher außerdem Daten aus 20 Jahren der Beobachtungen durch verschiedene Teleskope. In Kombination mit neuen Spektraldaten des Habitable-Zone Planet Finder gelang es ihnen dann, die Signale des Planeten von den stellaren Störsignalen zu trennen.
Guter Kandidat für Suche nach Leben
Mithilfe all dieser Daten konnte der neuentdeckte Planeten GJ 251c als Supererde identifiziert werden – genauer als Gesteinsplanet von rund vierfacher Erdmasse. Auf ihr herrschen wahrscheinlich Temperaturen, welche die Existenz flüssigen Wasser ermöglichen könnten.
Noch ist allerdings ungeklärt, ob diese Supererde eine Atmosphäre besitzt. „Auch wenn wir eine Gashülle um GJ 251c noch nicht bestätigen können, ist dieser Planet aber ein vielversprechendes Ziel für die künftige Erforschung“, konstatiert Mahadevan. „Wir haben über diesen Planeten noch vieles zu lernen.“
Potenzielle Biosignaturen?
Der nahe, potenziell lebensfreundliche Exoplanet ist nach Einschätzung der Astronomen bestens geeignet, um nach potenziellen Biosignaturen zu suchen. Dabei handelt es sich um chemische Indizien für die Existenz extraterrestrischen Lebens.
„Unsere Entdeckung ist einer der besten Kandidaten für die Suche nach atmosphärischen Lebenssignaturen“, sagt Mahadevan. Er schätzt, dass eine solche Suche schon in den nächsten fünf bis zehn Jahren möglich sein wird.